Wien: SPÖ plant neue Straßenbahnen für junge Stadtviertel

Nordbahnhof- und Nordwestbahnhofgelände sollen mit teils neuen Straßenbahnlinien erschlossen werden. Die Umsetzung ist zum Teil noch nicht fix.

Die Wiener SPÖ hat Zukunftspläne für die Straßenbahn in Wien - auch wenn die Umsetzung teilweise noch nicht fixiert ist. Auf dem Tapet steht die Erschließung der Stadtentwicklungsgebiete am Nordbahnhof- und Nordwestbahnhofgelände. So soll die Linie 33 künftig nicht zum Friedrich-Engels-Platz, sondern zur Leystraße fahren, eine neue Linie (36) dafür von der Börse zum Friedrich-Engels-Platz rollen.

Dies ist nicht zuletzt ein Wunsch der betroffenen Bezirke, wie die jeweiligen SPÖ-Vorsteher Karlheinz Hora (Leopoldstadt) und Hannes Derfler (Brigittenau) am Montag in einer Pressekonferenz betonten. Mit dabei am Podium: die zuständige Stadträtin Renate Brauner (SPÖ). Dass sie nicht sogleich die Umsetzung verkündete, hat mit der bevorstehenden Wien-Wahl zu tun, wie sie darlegte.

Umsetzung keine Koalitionsbedingung

"Es handelt sich um einen sehr sinnvollen Vorschlag der Bezirke", versicherte die Ressortchefin. Nach der Wahl strebe man eine Umsetzung an. Als eine Art Koalitionsbedingung wolle sie das Straßenbahn-Paket aber nicht verstanden wissen, beteuerte sie. Und sie schwor, dass die SPÖ für sämtliche Gattungen der öffentlichen Verkehrsmittel eintrete - also für U-Bahn, Straßenbahn und Bus.

Ein am Montag präsentierter Entwurf aus den Unterlagen der SPÖ Wien.
Ein am Montag präsentierter Entwurf aus den Unterlagen der SPÖ Wien.
Ein am Montag präsentierter Entwurf aus den Unterlagen der SPÖ Wien. – SPÖ Wien

Auf Schiene ist jedenfalls schon die Verlängerung der Straßenbahnlinie O in zwei Etappen, nämlich von der bisherigen Endstelle Praterstern zunächst zur Leystraße und dann weiter zum Friedrich-Engels-Platz. Die erste Ausbaustufe soll bis 2018 fertiggestellt und in Betrieb genommen werden. Um das Areal am Nordwestbahnhof anzubinden, soll wiederum die Linie 33 am Wallensteinplatz in Richtung des neuen Stadtteils unterwegs sein - also nicht wie bisher in die Jägerstraße abbiegen, sondern gerade aus, ebenfalls zur Leystraße, weiterfahren.

Gesamtkosten geschätzte 100 Mio. Euro

Dies macht Platz für einen Neuzugang, die Linie 36. Sie soll vom Friedrich-Engels-Platz auf der "alten" 33er-Trasse zum Wallensteinplatz fahren, von dort dann über den Franz-Josefs-Bahnhof bis zur Endhaltestelle Börse. Die geänderte Linie 33 und der 36er sollen zwischen 2020 und 2025 im Bim-Netz aufscheinen. Die Gesamtkosten dürfte sich laut heute präsentierten Schätzungen auf 100 Mio. Euro belaufen, wobei diese im bereits beschlossenen 400 Mio. Euro schweren Straßenbahnpaket enthalten sind, wie betont wurde.

Sollte auch nach dem 11. Oktober wieder eine rot-grüne Stadtregierung an der Macht sein, scheinen die Hürden für eine Realisierung nicht allzu groß. "Es ist sehr schön, dass auch die Bezirksvorsteher des 2. und des 20. Bezirks endlich verstanden haben, dass es ohne neue Straßenbahnen in Wien nicht geht", freute sich der Verkehrssprecher der Wiener Grünen, Rüdiger Maresch: "Ich begrüße den Meinungsschwenk sehr, denn bisher war die Haltung der Wiener SPÖ zum Straßenbahnausbau sehr zögerlich." Man werde den Ausbau des Straßenbahnnetzes im Regierungsübereinkommen "an prominenter Stelle" auf die Agenda setzen, richtete Maresch den Roten aus.

Keine Freude hat Brauner hingegen mit dem Wunsch einer West-Verlängerung der U4 nach Niederösterreich. Für die großen Kapazitäten einer U-Bahn gebe es in den Umlandgemeinden zu wenige Einwohner, befand sie.

(APA)

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