Frauenlauf: Kritik an Subventionen

Das Event wurde mit 135.000 Euro gesponsert. Das Unternehmen verbuchte hohe Gewinne.

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(c) Clemens Fabry - Die Presse

Wien. Subventionen der Stadt sollten doch eigentlich jene bekommen, die das Geld auch wirklich brauchen. Der Wiener Frauenlauf wurde in den Jahren 2011 bis 2013 mit 135.000 Euro gefördert – allerdings kassierte das Geld nicht der dafür gegründete Verein, sondern die Dachorganisation Frauenlauf GmbH. Das Unternehmen, das neben dieser Veranstaltung auch noch andere Sportevents abwickelt, konnte laut Bericht allein 2013 einen Bilanzgewinn von 590.000 Euro verbuchen.

„Der Verein diente prima facie nur dazu, um wenigstens beim Förderungsantrag die Förderungsbedingungen formell einzuhalten bzw. die Förderungsmittel zu erhalten, ohne selbst in irgendeiner Weise aktiv zu werden“, heißt es im Bericht. Wie viel Gewinn davon genau aus dem subventionierten Frauenlauf stammt, konnte nicht ermittelt werden. Es kann nicht nachvollzogen werden, ob eine Förderung wirklich notwendig war. Die MA 51, die die Fördergelder verteilte, wird massiv kritisiert, das nicht ausreichend überprüft zu haben.

Die Stadt gelobt Besserung: „Die MA 51 überprüft nun noch einmal, ob wirklich eine Überförderung stattgefunden hat und wird, sollte sich das bewahrheiten, dementsprechend reagieren“, heißt es aus dem Büro von Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ).

 

Kritik der Opposition

Auch von der Opposition kommt Kritik: „Rot-Grün wirft das Geld des Steuerzahlers mit beiden Händen aus dem Fenster raus. Das muss Konsequenzen haben“, heißt es aus der ÖVP. „In den Anfängen war es sicherlich wichtig, den Lauf zu fördern. Jetzt wirft er Gewinne ab, es ist nicht einzusehen, dass das mit Steuergeld gesponsert wird“, meint die FPÖ. Und die Neos sagen: „Das ist ein Irrsinn und gehört sofort abgestellt.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.01.2016)

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