Digital-Stadtplan mit jüdischen Enteignungen

Der Online-Stadtplan enthält 514 Markierungen, die den Einträgen des Buchs „Unser Wien“ entsprechen.

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Wien. Der derzeit in Wien tätige australische Medienkünstler Josh Harle hat Informationen über jüdische Enteignungen aus dem Buch „Unser Wien – Arisierung auf österreichisch“ erstmals digital verfügbar gemacht. Das Projekt wird auf dem Technologiefestival Coded Cultures: Openism 2016 von 19. bis 29. Mai in der ehemaligen Wiener Polizeiinspektion Innere Stadt vorgestellt. Harle wird dort auch einen Workshop zum Thema Open Maps halten – und zwar am 20. und 21. Mai jeweils von 13 bis 17 Uhr.

Der Online-Stadtplan enthält 514 Markierungen, die den Einträgen in der gleichnamigen Publikation entsprechen. In den kommenden Tagen findet ein Gespräch mit der Leitung des Jüdischen Museums am Judenplatz statt, wo der Medienkünstler einen weiteren öffentlichen Hotspot mit direktem Zugang zu diesem Stadtplan installieren möchte.

Der Stadtplan wird vor Ort mit der Hilfe von Raspberry-Pi-Minicomputern via WLAN verfügbar gemacht und kann online (Link siehe unten) abgerufen werden.

Grundbucheintragungen

Das Buch „Unser Wien – Arisierung auf österreichisch“ (Aufbau-Verlag, 2001) beschäftigt sich mit der systematischen Enteignung von Juden in Wien ab dem Jahr 1938 und listet entsprechende Grundbucheintragungen. Bezirk für Bezirk lassen sich die Enteignungen nachlesen.

Die Inhalte des digitalen Stadtplans wurden von Josh Harle gemeinsam mit dem Wiener Autor und Restitutionsexperten Stephan Templ erarbeitet. Der Autor befindet sich seit 2015 aufgrund eines Urteils rund um die Abwicklung von Restitutionsforderungen in Haft. (red.)

>> Der Plan: maps.tacticalspace.org/unserwien

>> Technologiefestival: www.codedcultures.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.05.2016)

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