Wien: Nordwestbahnhof mutiert zum Stadtteil

Wenn der Güterbahnhof nach Inzersdorf übersiedelt ist, sollen inmitten der Brigittenau Wohnungen für 12.000 Menschen, 5000 Arbeitsplätze und ein Park entstehen. Eine Barriere für Autos wird das Gelände bleiben.

(c) APA/ENF ARCHITEKTEN (ENF ARCHITEKTEN)

Bis 2025 wird in der Wiener Brigittenau ein neuer Stadtteil heranwachsen: Nun wurde das fertige Leitbild für die Entwicklung des jetzigen Nordwestbahnhofs präsentiert. Auf 44 Hektar - das enstpricht in etwa der Größe des Vatikanstaats - sollen Wohnungen für knapp 12.000 Menschen und 5000 Arbeitsplätze entstehen.

Dominiert wird das Areal von einem großen Park, zumal 10 Hektar des Gesamtgebiets öffentlicher Grünraum werden sollen.

Jede Straße, die momentan auf das Gelände zuläuft, das als Barriere die Brigittenau durchschneidet, wird in den neuen Stadtteil verlängert. Einen Durchzugsverkehr durch den zentralen, als "Grüne Mitte" bezeichneten Park wird es allerdings nicht geben. Lediglich eine Tram soll in Verlängerung der Wallensteinstraße das Areal kreuzen.

Architektonischer Grundstein für ganze Gegend

Das Leitbild des Schweizer Architektenteams enf bildet den Grundstein für die weiteren Planungen im Gebiet. Man habe sich an der Maxime orientiert "so viele Festlegungen wie nötig, so wenige wie möglich", unterstrich Architekt Bertram Ernst. So können unterschiedliche Investoren verschiedene Architektur in unterschiedlichen Nutzungsmischungen umsetzen.

Der Verlauf der Bau- und Straßenfluchtlinien ist dabei gesichert, für die Höhenentwicklung und die Bebauung wird ein Spielraum definiert. Gebaut werden soll in einzelnen Etappen.

Frachtenbahnhof wird nach Inzersdorf verlagert

"Die Realisierung des vorgesehenen Stadtviertels wird sich voraussichtlich über mehr als ein Jahrzehnt erstrecken", prognostizierte Planungsstadtrat Rudi Schicker (SPÖ). Der genaue Zeitplan hängt mit dem Fortschritt beim neuen Güterterminal Inzersdorf zusammen, an den die Aktivitäten des Frachtenbahnhofs verlagert werden.

Ursprünglich wurde der Nordwestbahnhof 1873 am Stadtrand errichtet und mit den Jahrzehnten gleichsam von der Stadt geschluckt. Nun zieht man wieder an den Stadtrand, nach Inzersdorf.

Für den neuen Stadtteil am Nordwestbahnhofgelände, der derzeit noch unter dem Kürzel "NWB Neu" firmiert, ruft Bezirksvorsteher Hannes Derfler (S) die Wiener zu Namensvorschlägen auf. Bis Ende des Jahres können Ideen an die Bezirksvorstehung (Email: post@bv20.wien.gv.at) gesandt werden.

(Ag.)

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