Künstlerisches Minigolf vor dem Museumsquartier

Die Anlage "MQ Amore" mit zwölf Löchern kann ab sofort bespielt werden. Nostalgie, moderne Kunst und ansatzweise sportliche Betätigung in einem.

Skulpturenpark mit dem klingenden Namen MQ Amore.
Skulpturenpark mit dem klingenden Namen MQ Amore.
Skulpturenpark mit dem klingenden Namen MQ Amore. – (c) eSeL.at - Lorenz Seidler (eSeL.at - Lorenz Seidler)

An der ungewöhnlichen Verbindung von Minigolfschläger und zeitgenössischer Kunst hat sich das Museumsquartier versucht - und eröffnete heute den bespielbaren Skulpturenpark "MQ Amore". Die Minigolf-Anlage mit zwölf Löchern am Vorplatz des MQ wurde von Künstlern und Architekten gestaltet. "Die Vermittlung zeitgenössischer Kunst ist eine unserer Kernaufgaben", so MQ-Direktor Christian Strasser.

Dies soll bei diesem Projekt auf spielerische Weise gelingen. "Hinter jeder Skulptur steckt ein interessantes, künstlerisches Konzept, das sozusagen erspielt werden kann", erläuterte Strasser. Die unter der Leitung von Architekt Daniel Sanwald konzipierte Anlage bezieht sich dabei auf die 50er-Jahre und damit jener Zeit, als Minigolf erstmals populär wurde. "Das weckt bei vielen sicher Kindheitserinnerungen oder nostalgische Gefühle", so Strasser, der die bauliche Intervention als "positiv irritierend" bezeichnete.

Futuristische Rampen recht knifflig

Die Grundkonzeption ist denkbar klassisch: Bis Oktober kann täglich gespielt werden, die Schläger und Bälle sind um vier Euro pro Spiel bei einem Kiosk zu leihen. Und dann geht es mit Score-Karte bewaffnet auf die zwölf Bahnen, die von feld72, Anastasiya Yarovenko, heri&salli, PLOP sowie Bildstein/Glatz entworfen wurden. Vor allem Letztere stellen einige ziemlich knifflige Aufgaben für die Spieler, sind ihre futuristischen Rampen doch etwas anders als die üblichen Minigolf-Hindernisse. feld72 setzen ihre "Mi n ikry" aus 38 fixierten Bällen zusammen, die Herausforderung und Signatur in Brailleschrift gleichermaßen sind. Politischer geht Yarovenko vor, deren Bahn einen "Checkpoint" darstellt.

 

Schwer zu bespielen.
Schwer zu bespielen.
Schwer zu bespielen. – (c) eSeL.at - Lorenz Seidler (eSeL.at - Lorenz Seidler)

Hoffnung auf gemeinsame Vorhaben in den Höfen des MQ

Ausgewählt wurden die Künstler von Leopold Museum, Architekturzentrum Wien (Az W), Kunsthalle Wien, Q21 sowie dem MQ selbst. Die beteiligten Institutionen zeigten sich durch die Bank angetan von der Intervention außerhalb ihrer Mauern. "Endlich geht das MQ wieder nach draußen", meinte Az W-Chefin Angelika Fitz, die sich auch künftig vermehrt gemeinsame Vorhaben in den Höfen des MQ wünschte. Eine Wiederholung des vorerst temporär geplanten Skulpturenparks kann sich Strasser jedenfalls vorstellen, "sofern er gut angenommen wird". Dann sei auch denkbar, weitere Institutionen des MQ und andere Künstler zu involvieren.

Die Kunsthalle Wien zieht es indes auch andernorts ins Freie: Vor ihrer Dependance am Karlsplatz wurde kürzlich "Gäste / Gosti / Misafirler" eröffnet, ein Projekt in Kooperation mit der Arbeiterkammer Wien und der Berufsschule für Baugewerbe. Gemeinsam mit dem Künstler Karsten Födinger haben dafür Schüler ein "Gästehaus" entwickelt, das sich mit gesellschaftlichen Entwicklungen und Multinationalität auseinandersetzt. Zu sehen ist die begehbare Skulptur bis Ende März 2018.

Info: Skulpturenpark "MQ Amore", bis Oktober täglich bespielbar von 10-20 Uhr, im Sommer von 10-22 Uhr. Reservierungen per Mail möglich; Ausstellung "Gäste / Gosti / Misafirler", bis 31. März 2018 am Skulpturenplatz der Kunsthalle Wien Karlsplatz.

(APA)

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