Raubüberfälle wegen Kaugummis und 1,50 Euro

In Wien steht eine Jugendbande vor Gericht. Die Burschen im Alter von 14 bis 17 Jahren kommen alle aus dem selben Wohnbau. Mindestens einer von ihnen war mit Messer und Elektroschocker bewaffnet.

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Symbolbild – (c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)

Acht Jugendliche, die gerade einmal strafmündig sind, mussten sich am Dienstag vor dem Wiener Straflandesgericht wegen mehrerer Raubüberfälle verantworten. Die Burschen im Alter von 14 bis 17 Jahren leben in Meidling im gleichen Wohnbau und suchten sich in der näheren Umgebung ihre meist viel jüngeren und schwächeren Raubopfer aus. Beute: Kaugummis und 1,50 Euro.

Mindestens einer von ihnen, ein 15-Jähriger, war mit einem Messer bzw. Elektroschocker bewaffnet. Damit sollen die Burschen vier schwere Raubüberfälle verübt haben. Zudem gingen weitere neun Überfälle auf ihre Kappe, zudem Diebstähle, die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und die Verabredung zur schweren Körperverletzung.

Seit Herbst 2016 machten die Burschen die Gegend in Meidling unsicher. So bedrohten sie einen schmächtigen Burschen in einem Linienbus mit dem Messer, damit er Geld locker macht. Als der Bursche sein ganzes Geld in Höhe von 1,50 Euro herausrückte, war das der Bande zu wenig. Sie verfolgten ihn beim Umsteigen in den nächsten Bus, umzingelten und bedrängten ihn. Die Staatsanwältin sprach von einer "kriminellen Energie, die bei so jungen Menschen nicht so häufig vorkommt".

Eingeschüchtert vor Gericht

Vor Richterin Alexandra Skrdla machten die Burschen einen recht eingeschüchterten Eindruck. Mehrmals musste die Schöffensenatsvorsitzende nachfragen, weil sie die Antworten der Jugendlichen nicht verstand. Ein 14-Jähriger ließ sich mit den Antworten minutenlang Zeit, bis es dem beisitzenden Richter Norbert Gerstberger reichte: "Brauchen Sie immer so lange beim Antworten? Weil sonst sitzen wir bis morgen da!"

Der 14-Jährige war nur bei einem Überfall auf einen Jugendlichen dabei, dem man bei der U6-Station Alterlaa seine E-Zigarette wegnahm, deshalb wurde sein Verfahren gleich zu Beginn ausgeschieden. Da er sich neben dem mutmaßlichen Anführer der Bande und dem Waffenbesitzer als einer der wenigen schuldig bekannte, wurde über ihn gleich das Urteil gesprochen. Der bisher unbescholtene 14-Jährige erhielt wegen schweren Raubes eine bedingte Freiheitsstrafe von zehn Monaten. Das Urteil ist bereits rechtskräftig. Die Verhandlung gegen die anderen sieben, die sich allesamt auf freien Fuß befinden, wurde fortgesetzt.

(APA)

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