Rufbereitschaft in Spitälern: Beschluss im November

Ärzte absolvieren ihren Nachtdienst zu Hause.

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(c) APA/HELMUT FOHRINGER

Wien. Worüber „Die Presse“ bereits im April berichtete, wurde am Donnerstag offiziell fixiert: Im Wiener Gesundheitssystem wird eine Rufbereitschaft für Spitalsärzte eingeführt. Konkret können die Mediziner während ihres Nachtdiensts künftig zu Hause bleiben, wenn sie rufbereit sind und innerhalb einer bestimmten Zeit im Krankenhaus sein.

Begründet wurde diese Maßnahme im Büro von Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger gegenüber orf.at so: In manchen Fachbereichen sei eine Rund-um-die-Uhr-Anwesenheit eines Arztes nicht notwendig. Und in anderen Bereichen könne man die Zahl der Ärzte zumindest reduzieren. Das Modell soll allerdings nur an wenigen Stationen angewandt werden.
Die Vorteile einer Rufbereitschaft aus Sicht der Stadt: Bereitschaftsdienste gelten nicht als Arbeitszeit, wodurch die 48-Stunden-Obergrenze pro Woche später erreicht wird und Ärzte (betroffen wären fast ausschließlich Oberärzte) vermehrt unter der Woche Dienste übernehmen können. Der KAV spart also Posten und somit Geld.

Unterstützung kommt von der Ärztekammer (ÄK) – nachdem eine Rufbereitschaft in europäischen Spitälern fast die Regel ist und z. B. auch im Wiener AKH gilt. Seitens der ÄK wurde betont, dass z. B. Transplantationschirurgen nur in Ausnahmefällen benötigt würden und nicht ständig im Spital anwesend sein müssten. Laut Frauenberger würde mit der Rufbereitschaft auch ein „häufig geäußerter Wunsch“ der Ärzte erfüllt. In einer Abteilung mit drei Medizinern seien in normalen Nächten nur zwei notwendig, bei außergewöhnlichen Ereignissen drei. Der dritte könne daher künftig die „attraktivere Dienstform“ der Rufbereitschaft in Anspruch nehmen. (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.09.2017)

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