Baustellen: Wiens offene Großprojekte 2018

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So ganz genau weiß man in Sachen Stadtplanung nie, aus welchen Plänen tatsächlich etwas wird. Welche Projekte sich lang verzögern, welche scheitern oder was – wir denken an die Mauer 2017 am Ballhausplatz, die schnell zu Pollern wurde – an Überraschungen dazukommt. In Wien wird jedenfalls 2018 einiges an prominenten Plätzen gebaut – oder geplant. Ein Überblick.

APA/ROLAND SCHLAGER
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Im Frühjahr kommen (noch mehr) Poller

Ab dem Frühjahr werden in Wien einige der prominentesten Orte (zumindest kurzfristig) zu Baustellen: Nach jenen auf dem Ballhausplatz werden auch auf dem Rathausplatz, in der Mariahilfer Straße und in der Kärntner Straße Poller errichtet. Diese fixen (nicht versenkbaren) Pflöcke sollen zwischen Frühlingsbeginn und Start der EU-Ratspräsidentschaft fertiggestellt sein, heißt es aus dem Verkehrsressort von Maria Vassilakou zum Stand des Projektes. Wie genau die Poller aussehen werden, ist nicht klar. Es gehe darum, stadtbildverträgliche und zweckmäßige Lösungen zu finden, nicht aber die Stadt zu „martialisieren“. (cim)

Fabry / Die Presse
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Im Herbst startet der Bau der neuen U-Bahn

2018 bringt einen symbolischen Spatenstich für Wiens derzeit wichtigstes Verkehrsprojekt: Im Herbst beginnen die Bauarbeiten für die neue U5 bzw. die Verlängerung der U2. Der symbolische Akt dazu wird im Herbst bei der künftigen U2-Station Matzleinsdorfer Platz gesetzt, von dort aus wird sich eine Tunnelbohrmaschine Richtung Neubau graben. Kommt die Maschine bei einer Station an, muss dort der Rohbau bereits fertig sein. Daneben wird auch bei der Station Pilgramgasse mit dem Bauen begonnen – weil künftig auch die U2 hier durchfährt, wird die Station (bis auf das Otto-Wagner-Gebäude) komplett neu gebaut. Um Platz für Maschinen zu schaffen, wird unter anderem der Wienfluss überplattet. Im Sommer 2019 wird die Station dann für die U4 komplett gesperrt.

Apropos U4, da geht die Sanierung heuer weiter – unter anderem mit den Stationen Rossauer Lände und Heiligenstadt, die zeitweise in je eine Richtung gesperrt werden. Auch an der Oberfläche wird gebaut: Am Ring wird es im ersten Halbjahr Gleisbauarbeiten geben, damit während der EU-Ratspräsidentschaft alles in Schuss ist. (eko)

(c) Arch Mossburger
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Heumarkt: Ende des Prädikats „Weltkulturerbe“

Beim umstrittenen Hochhaus-Projekt am Heumarkt handelt es sich heuer noch um keine Baustelle im eigentlichen Sinn, derzeit laufen diverse Planungsarbeiten. Dennoch könnte 2018 problematisch werden: Die Unesco dürfte der historischen Wiener Innenstadt aller Voraussicht nach das Prädikat „Weltkulturerbe“ entziehen. Der Grund ist der auch politisch umkämpfte Bau eines 66 Meter hohen Gebäudes mit Luxuswohnungen. 2019 soll das Heumarkt-Areal zur Baustelle werden, 2022 soll das Hochhaus fertig sein. Der Verlust des Etiketts Weltkulturerbe könnte bis Anfang Februar abgewendet werden – aber nur dann, wenn das Gebäude maximal 43 Meter hoch werden sollte. Dies ist praktisch auszuschließen. (m.s.)

(c) WertInvest (nightnurse images GmbH)
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Baubeginn (vielleicht) 2018: Das Wien Museum Neu

Unweit des Heumarktes wird heuer auch womöglich nur geplant, nicht gebaut: Ursprünglich war der Bau des Wien Museum Neu für 2017 angedacht, mittlerweile ist auch 2018 nicht mehr fix. Denn noch ist die Finanzierung offen: Die Möglichkeiten reichen von der Übernahme der Kosten (von geschätzten 100 Millionen Euro) durch die Stadt bis hin zu einem Private-Public-Partnership-Modell, bei dem ein Investor die Sanierung samt Ausbau teilfinanzieren würde. Fix für 2018 geplant ist jedenfalls die Einreichplanung, also die Abwicklung sämtlicher Behördenwege. (cim)

(c) APA/HERBERT NEUBAUER
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Krankenhaus Nord als Dauerbaustelle

Die ersten Patienten hätten 2015 behandelt werden sollen, nach einigen Bauverzögerungen und Kostensteigerungen wegen zahlreicher Mängel wurde von der Stadtregierung zuletzt der Juli 2019 für die medizinische Inbetriebnahme des Krankenhauses Nord in Floridsdorf genannt – und das, obwohl der Bau schon weit fortgeschritten bzw. teilweise schon abgeschlossen ist. Was fehlt, sind unter anderem die technische Ausstattung und behördliche Genehmigungen, die im Laufe des Jahres eingeholt werden sollen. Dass der Termin Mitte 2019 eingehalten wird, gilt aber keineswegs als realistisch. (k.b.)

(c) HANS KLAUS TECHT / APA