Bodycams für U-Bahn-Securities

Die Wiener Linien wollen ihr Sicherheitsteam ausbauen, planen mehr Überwachung und Tests von Bodycams – und sie verzeichnen so viele Fahrgäste wie nie.

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Ulli Sima. – (c) Die Presse (Clemens Fabry)

Wien. Das Thema Sicherheit ist dieser Tage überall, das treibt nicht nur die türkis-blaue Bundesregierung an, Wiens Stadtregierung tut es ihr gleich: Auch in der Hauptstadt geht es um mehr Sicherheitspersonal, Überwachung, technisches Aufrüsten. SPÖ-Stadträtin Ulli Sima (sie ist auch für die Wiener Linien zuständig) hat das Thema Sicherheit zu einem Schwerpunkt erklärt.

Bis zum Sommer soll die neue Security-Truppe der Wiener Linien auf 90 Personen anwachsen, im Endausbau werden es 120 sein. Dieses Sicherheitsteam aus aktuell 50 Mitarbeitern ist seit Sommer 2017 in den U-Bahnen und an den Verkehrsknotenpunkten unterwegs – und es wird zusätzlich ausgerüstet: Sima kündigte auch an, beim Sicherheitsteam Bodycams testen zu lassen, nachdem Polizei und ÖBB gute Erfahrungen damit gemacht hätten. „Das wirkt abschreckend und deeskalierend für beide Seiten“, sagt Sima. Daneben soll auch die Videoüberwachung im öffentlichen Verkehr ausgeweitet werden, so Sima.

Anlass dieser Ankündigung ist sicher nicht der aktuelle Polizei- und Sicherheitsschwerpunkt der Bundesregierung, sondern die Jahresbilanz der Wiener Linien: Und da wurde wieder ein Rekord verzeichnet.

2017 waren in Summe 961,7 Millionen Fahrgäste mit den U-Bahnen, Straßenbahnen und Autobussen unterwegs (2016 waren es 954 Millionen). Diese Zahl an Fahrgästen entspricht der Anzahl von einzelnen Fahrten, die aus den Daten von Zählgeräten in den Waggons errechnet wird.

 

Mehr Jahreskarten als Autos

Angestiegen ist voriges Jahr auch die Zahl der Jahreskartenbesitzer: Ende 2017 waren es 778.000 (gegenüber 733.000 im Jahr 2016). Damit seien weiterhin deutlich mehr Jahreskarten im Umlauf als Pkw in Wien gemeldet sind, so Sima.

Das „Highlight“ im Vorjahr war die Verlängerung der U1 nach Oberlaa. Auch heuer stehen mehrere große Projekte an: In den Ausbau des Netzes sollen 407 Millionen Euro investiert werden.

So wird etwa mit dem Bau des wichtigsten Projekts der kommenden Jahre gestartet, dem Linienkreuz U2/U5. Vorarbeiten dafür fanden bereits statt, im Herbst starten erste U-Bahn-Bauarbeiten beim Matzleinsdorfer Platz und bei der Pilgramgasse. Die U5 soll als erste vollautomatische U-Bahn-Linie Wiens 2024 den Betrieb aufnehmen. Für die letzte Ausbauetappe brauche es noch die Zusage des Finanzministers, sagte Sima. Es habe „intensive Gespräche“ gegeben, die allerdings noch nicht zum Abschluss gekommen seien.

Rund 48 Millionen Euro wollen die Wiener Linien heuer in die Modernisierung der Flotte investieren. So ist zum Beispiel die Umstellung der Linie 26A auf die 20 Meter langen XL-Busse geplant. Ende des Jahres wird außerdem der erste fahrerlose Bus getestet.

Ebenfalls zum Jahresende wird die erste Flexity-Straßenbahn im Netz unterwegs sein. Bis dahin laufen Testfahrten ohne Fahrgäste.

Fortgesetzt werden die Modernisierung der U4 sowie die Sanierung der Otto-Wagner-Stationen der U6. Im zweiten Halbjahr ist die Errichtung einer Mobilitätsstation bei der U3-Endstation Simmering geplant. Dabei sollen E-Bikes, Lastenfahrrad oder Carsharing gebündelt angeboten werden. (APA/cim)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.02.2018)

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