Debatte über Kopftuchverbot beschäftigt Wiens SPÖ weiter

Die Sektion 8 kritisiert Parteimanagerin Novak, die sich für ein für Kopftuchverbot an Schulen ausgesprochen hatte. Stadtschulratspräsident Himmer ist gegen Diskussionen über einzelne Religionen.

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Archivbild – Clemens Fabry / Die Presse

In der Wiener SPÖ setzt sich die Debatte rund um ein Kopftuchverbot an Schulen fort. Die Sektion 8 sprach sich am Freitag in einem offenen Brief vehement gegen ein solches aus. Stadtschulratspräsident Heinrich Himmer ist gegen "Denkverbote". Allerdings dürfe man, wenn man diese Diskussion führe, nicht nur über die religiösen Symbole einzelner Religionen sprechen, forderte er.

"Wenn man über Verbote spricht, dann müssen wir über alle Religionen reden", sagte Himmer am Rande einer Pressekonferenz am Freitag. Er verwies jedoch auf einen Erlass des Bildungsministeriums, laut dem das Tragen von Kopftüchern als religiös begründete Bekleidungsvorschrift unter den Schutz des Staatsgrundgesetzes fällt. Daher dürften auch der Stadtschulrat bzw. einzelne Schulen kein Verbot aussprechen, betonte Himmer.

Die neue Landesparteisekretärin der Wiener SPÖ, Barbara Novak, hatte in Interviews darauf verwiesen, dass die Forderung nach einem Kopftuchverbot an Schulen geltende Beschlusslage in ihrem Bezirk Döbling sei. Die parteikritische Sektion 8 veröffentlichte in Reaktion darauf einen offen Brief an Novak: "Es steht einer sozialdemokratischen Partei nicht gut zu Gesicht, Ausgrenzungspolitik zu betreiben", schreibt Sektion-8-Mitglied Laura Fuchs-Eisner darin. Das Aussprechen eines Verbotswunsches sei "eine erschreckend wenig auf historische Erfahrungen gestützte Taktik, die mich von einer Genossin enttäuscht".

Auch Martina Malyar, die scheidende SP-Bezirksvorsteherin im Alsergrund, kritisierte die Forderung nach einem Kopftuchverbot: "Ich halte es nicht für richtig, wenn Muslime von einer europäischen Frau gesagt bekommen, wie es geht", sagte Malyar im Interview mit der "Presse".

(APA)

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