Heumarkt: Chorherr legt Funktionen in karitativem Verein zurück

Der Grüne Wiener Planungssprecher ist nicht länger Obmann des von ihm gegründeten Vereins, der Schulen in Südafrika betreibt. Zuletzt hatte es Aufregung um Spenden an den Verein gegeben.

Archivbild: Christoph Chorherr
Archivbild: Christoph Chorherr
Archivbild: Christoph Chorherr – Fabry / Die Presse

Nach Kritik an seiner Tätigkeit für den karitativen Verein "s2arch", der Schulen in Südafrika betreibt, hat der Grüne Planungssprecher Christoph Chorherr alle seinen Funktionen in dem Verein zurückgelegt. "Ja, er hat sich zurückgezogen, weil er Ithuba nicht schaden will", bestätigte eine Sprecherin der Grünen am Montag einen Bericht der Tageszeitung "Heute".

"Die bisherige Diskussion hat den Verein negativ beeinträchtigt. Dem Projekt keinen Schaden zuzufügen, steht an erster Stelle, daher hat Christoph Chorherr alle mit dem Verein in Zusammenhang stehenden Funktionen abgegeben", sagte die Sprecherin. Neuer Obmann ist laut der Vereinshomepage Jörg Hofmann.

Die Causa war im Zuge der Debatte um das umstrittene Bauprojekt am Heumarkt publik geworden. Gegner des Projekts warfen Chorherr vor, dass durch Spenden von Immobilienunternehmen an seinen Verein möglicherweise Einfluss auf seine politische Tätigkeit als Planungssprecher genommen worden sei. Chorherr wies dies stets zurück. Die Opposition übte scharfe Kritik an der "Unvereinbarkeit" der beiden Tätigkeiten Chorherrs.

Der österreichische Verein "s2arch - social and sustainable architecture" wurde 2004 von Chorherr gegründet und ist Teil der Initiative Ithuba, die zwei Schulen und ein Berufsbildungszentrum in Südafrika betreibt.

Opposition fordert weitere Schritte

Der Rückzug freut die Opposition. Ausreichend ist der Schritt aber keineswegs, wie die ÖVP und die Neos am Montag befanden.

Der Rückzug aus dem Verein "s2arch" sei ein wichtiger Schritt, dem jedoch weitere dringend folgen müssen, meinte die stellvertretende Klubobfrau der ÖVP in Wien, Elisabeth Olischar: "Das ist ein klarer Fall von Unvereinbarkeit, hier muss Chorherr endlich für volle Transparenz sorgen." Dass der Verein finanzielle Zuwendungen aus jenem Bereich erhalten habe, für den Chorherr in der Stadt Verantwortung trage, werfe viele Fragen auf, die noch zu klären seien, hieß es in einer Aussendung.

Auch die Klubobfrau der Wiener Neos, Beate Meinl-Reisinger, begrüßte den Schritt. Man fordere aber weiterhin "volle Aufklärung" über die Affäre: "Die Vereinsbilanzen sind nach wie vor im Dunkeln. Und die Optik bleibt verheerend - der selbsternannte oberste Bauherr Wiens, Chorherr, erhält für seinen privaten Verein Spenden von Immobilienentwicklern." Dies würde das Vertrauen in die Politik massiv schädigen.

 

(APA)

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