Wien-Marathon will wachsen, Innere Stadt bremst

Der Bezirk fordert ein Veranstaltungs- und Nutzungskonzept für den Ring. Der Organisator des Marathons hatte sich ein Bekenntnis der Politik zum Wachstum des Events gewünscht.

Der Vienna City Marathon am Ring.
Der Vienna City Marathon am Ring.
Der Vienna City Marathon am Ring. – APA/ANDREAS PESSENLEHNER

"Die Ringstraße ist nicht das Freizeitzentrum Wiens." Mit dieser Aussage bremst die Bezirksvorstehung der Inneren Stadt Wünsche, den Wiener City Marathon auszuweiten. Genau die hatte Organisator Wolfgang Konrad nämlich zuvor geäußert. Er urgierte bei der Wiener Stadtpolitik ein Bekenntnis für das Wachstums des Events. "Sonst gehen wir im Konzert der internationalen Marathons unter."

Markus Figl, Bezirksvorsteher der Inneren Stadt, kann dieser Idee nichts abgewinnen, sollte sie mit einer Ausweitung der Veranstaltungen um den Marathon einhergehen. "Die Ringsperren nehmen Dimensionen und Auswüchse an, bei welchen die Innere Stadt zeitweise komplett vom Rest Wiens abgeschnürt wird. Das darf nicht sein!" Zwar hätten die Bewohner der Innenstadt Verständnis für einen Marathon, aber nicht für weiter ausufernde Programme und zusätzliche Tage mit Ringsperre. Der Ring sei ohnehin schon überlastet. Figl fordert daher ein Veranstaltungs- und Nutzungskonzept für den Ring.

Damit solle eine verbindliche Grundlage geschaffen werden, mit der man die Nutzung der Straße regelt. Den Marathon selbst verhindern wolle man nicht, heißt es aus der Bezirksvorstehung. Aber die Belastung der Innenstadtbewohner dürfe nicht noch größer werden.

Wunsch nach internationaler Medialisierung

Marathon-Organisator Wolfgang Konrad ist seit 1988 federführend bei dem Event dabei. Er sagt, dass das Verhältnis zu den Behörden zwar sehr gut, bei der Politik vermisst er aber ein Bekenntnis zur Weiterentwicklung des Laufevents. "Wo wir kein Problem hatten, das war die Finanzierung." Das sei schon etwas Besonderes. Auch mit dem Magistrat funktioniere die Zusammenarbeit inzwischen sehr gut. Lediglich die Politik lasse aus. Vom Wien-Tourismus etwa habe er nur 40.000 Euro erhalten. Damit könne man gerade zwei Inserate schalten. Dabei brauche man die verstärkte internationale Medialisierung ganz dringend.

Konrad hofft auf den neuen Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und die neue Stadtregierung. Ein lang gehegter Wunsch, den er ans Rathaus herangetragen hat, wurde Konrad übrigens schon vor längerer Zeit abschlägig beschieden, wie er erzählte. Es gab kein grünes Licht für den Plan, die Route durch die Kärntner Straße zu führen. Man habe einsehen müssen, dass das nicht gehe.

Am kommenden Wochenende werden wieder rund 40.000 Menschen durch Wien laufen. Zum Hauptbewerb am Sonntag kommt Weltrekordler Dennis Kimetto. Der Kenianer hält mit 2:02:57 Stunden die Weltbestmarke, erzielt 2014 in Berlin.

>> Vienna City Marathon

(red./APA)

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