Atib: Neue Vorwürfe gegen Kindergarten in Wien

Der Kindergarten "Marienkäfer" musste auf Verlangen der MA 11 sein pädagagoischen Konzept ändern. Die ÖVP kritisiert die Stadt Wien, "öffentliche Fördergelder für Türkentum und Islam als Erziehungsinhalte ausgeschüttet" zu haben.

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Symbolbild – Die Presse (Clemens Fabry)

Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "profil" gibt es gegen einen Kindergarten, der in einem Gebäude des Moscheedachverbands Atib in Wien-Favoriten untergebracht ist, neue Vorwürfe. Der Kindergarten "Marienkäfer" habe demnach im Vorjahr sein pädagogisches Konzept auf Verlangen der MA 11 ändern müssen. Im Kindergartenkonzept wurde laut "profil" die Betonung auf Türkentum und Religion gelegt.

Träger des Kindergartens ist nicht Atib (Türkisch-Islamische Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Österreich) selbst, sondern das "Bildungs- und Forschungsinstitut Nokta", eine Art Unterverein des Dachverbands ATIB.

Laut "profil" wurde das pädagogische Kindergartenkonzept von Nokta 2009 bei der zuständigen Wiener Magistratsabteilung 11 (Kinder- und Jugendhilfe) eingereicht. In dem Konzept wird es als "wichtiger Punkt" bezeichnet, "Kindern türkische Wertvorstellungen sowie die türkische Kultur altersgerecht zu vermitteln". Überdies sei "die religiöse Erziehung ein wichtiger Bestandteil unserer täglichen Arbeit". Den Kindern würden "durch eine ausgebildete Seelsorgerin zwei Mal die Woche die islamischen Werte vermittelt".

Im Vorjahr musste der Kindergarten dann sein pädagogisches Konzept auf Verlangen der MA 11 ändern, so "profil". Die Bezüge zu Türkentum und Islam entfielen. Allerdings bekenne sich der Trägerverein Nokta in einer dem Magazin vorliegenden Version seiner Statuten zur staatlichen türkischen Religionsbehörde Diyanet in Ankara. Nokta wurde dem Bericht zufolge auf Ansuchen des Magistrats bereits zwei Mal vom Verfassungsschutz überprüft, der Kindergarten zuletzt im Februar von der MA 11 kontrolliert.

ÖVP: "Null Toleranz für türkischen Nationalismus"

Stadtrat Markus Wölbitsch (ÖVP) kritisierte in einer Aussendung die Politik der Stadt Wien. Diese habe "viel zu lange öffentliche Fördergelder für Türkentum und Islam als Erziehungsinhalte ausgeschüttet". "Rot-Grün hat jahrelang die Augen vor Integrationsproblemen verschlossen. Für die ÖVP Wien ist klar: Wir haben Null Toleranz für türkischen Nationalismus und rot-grüne Ignoranz in Wien", so der Stadtrat. Der Trägerverein Nokta und der ATIB-Kindergarten dürften keine Steuergelder mehr erhalten und müssten geschlossen werden, so seine Forderung.

"Fassungslos" zeigte sich der geschäftsführende Landesparteiobmann der Wiener FPÖ, Johann Gudenus. Er verwies darauf, dass der Kindergarten - wie schon länger bekannt - 227.000 Euro an Förderungen von der Stadt erhalten hat. "Ein Kindergarten, der in seinem Bildungsprogramm die Bedeutung des Türkentums und des Islam betont, hat keinerlei Ansprüche auf öffentliche Förderung", so Gudenus.

(APA)

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