Wiener Althan Quartier: Terrassen statt 126-Meter-Hochhaus

Die Neugestaltung des Areals über dem Franz-Josefs-Bahnhof wird an ihrer höchsten Stelle 58 Meter hoch sein - und damit deutlich niedriger als von Anrainern befürchtet. Der geplante Hochpark kommt ebenso wie zwei Durchquerungen, die eine schnelle Anbindung an Donaukanal und U4 ermöglichen sollen.

Ein Entwurf des geplanten Projekts, aus der Vogelperspektive
Ein Entwurf des geplanten Projekts, aus der Vogelperspektive
Ein Entwurf des geplanten Projekts, aus der Vogelperspektive – (c) ZOOM visual project gmbh

Die Neugestaltung des sogenannten Althan-Quartiers über dem Franz-Josefs-Bahnhof (FBJ) im neunten Wiener Bezirk wird nun sehr konkret: Am Donnerstag hat der Investor 6B47 den Sieger des Architekturwettbewerbs vorgestellt: Die elfköpfige Jury, in der u.a. Vertreter der Architektenkammer, aber auch der Stadt und des Bezirks saßen, wählten einstimmig den Entwurf des Wiener Architekturbüros Artec Architekten - Bettina Götz und Richard Mahnal - zum Sieger.

Damit kommt ein Entwurf zum Zug, der von einer  - von vielen Anrainern befürchtete und schon im Vorfeld heftig kritisierte - Höhenentwicklung eher absieht. Oder anders gesagt: Die Befürchtungen, auf dem Standort könnten ein oder sogar zwei Hochhaus-Türme mit jeweils bis zu 126 Metern entstehen (so viel wäre laut städtebaulichem Leitbild am dem Standort möglich gewesen), hat sich nicht bewahrheitet. An seiner höchsten Stelle wird das künftige Althan Quartier 58 Meter hoch sein - und damit deutlich unter der Höhe, die möglich gewesen wäre und von vielen Anrainer befürchtet wurde. Das derzeitige Gebäude hat eine Höhe von etwa 45 Metern. "Ich bin froh, dass es das Projekt mit den niedrigsten Bauten wurde", zeigte sich die designierte Bezirksvorsteherin des Alsergrunds, Saya Ahmad (SPÖ), erfreut.

Althan Quartier: Die Entwürfe: Althan Quartier: Die Entwürfe

Terrassenartige Bebauung

Der Baukörper orientiere sich, so heißt es in der Aussendung von 6B47 (sprich: six before seven) an der gründerzeitlichen Stadtkante von rund 25 Metern. Über dieser Höhe setzt das Siegerprojekt auf eine nach hinten gestaffelte, terrassierte Bebauung, wird also im hinteren Bereich - siehe Fotos - nach und nach höher.

Das Areal - das sich über dem Bahnhof zwischen Althan- und Nordbergstraße bis zur Höhe Tepserngasse erstrecken wird - wird dann erstmals direkt durchquert werden können: Zwei Ost-West-Querungen sind geplant, die das Lichtental und die Spittelau,  die bisher durch den Bahnhof getrennt waren, verbinden wird: Beziksbewohner sollen so schneller zum Donaukanal und zur U4-Station Friedensbrücke gelangen.

Auch der angekündigte Hochpark ist in dem Siegerprojekt vorgesehen: Grünräume und Bäume werden sich in Nord-Süd-Richtung erstrecken - isngesamt wird der Hochpark rund  7000 m² umfassenn.  Der erhöhte Grünraum - für Wien eher ungewöhnlich - wird für die künftigen Bewohner des Althan-Quartiers, aber auch für die Öffentlichkeit nutzbar sein.

30 Büros hatten sich beteiligt

In dem neuen Althan-Quartier - Baustart könnte, da das Widmungsverfahren noch aussteht, frühestens Mitte 2019 sein - werden Wohnungen, Büros, aber auch Geschäftslokale und ein Hotel entstehen.

Die Jury (Vorsitz: Architekt Florian Riegler)begründete ihre Entscheidung unter anderem wie folgt: "Die gewählte Form der Wohntypologie als vorwiegend terrassierte Bebauung ist sowohl entlang der Althanstraße als auch entlang der Nordbergstraße eine gute Möglichkeit, um einerseits eine gewisse Höhenentwicklung zu erreichen als auch gleichzeitig die Belichtung der gegenüberliegenden Fassaden zu gewährleisten. Die Beliebtheit von Terrassenwohnungen steht ebenso als urbane Form des Wohnens mit starkem Naturbezug außer Zweifel.“

30 Architekturbüros hatten sich an dem zweistufigen Wettbewerb beteiligt. Der Wettbewerb umfasste nur einem Teil des 2,6 Hektar großen Areals: Im vorderen Teil - direkt über dem Bahnhofsgebäude -befindet sich das Bürogebäude aus den 1970ern, im dem derzeit noch die Unicredit Bank Austria untergebracht ist, die aber demnächst umzieht. Dieser Kopfbau bleibt erhalten und wird saniert - vom Architekturbüro Delugan Meissl und Josef Weichenberger architect + Partner.

(mpm /APA )

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