„Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Terrorist . . .“

Eine FH-Prüfungsfrage sorgt für Dissonanzen.

Wien. „Stellen Sie sich vor, Sie sind ein tschetschenischer Terrorist, und man stellt Sie vor die Wahl, einen russischen Panzer in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny oder ein Kino in Moskau in die Luft zu sprengen. Was werden Sie tun? Begründen Sie Ihre Antwort in einem Satz.“ Diese Prüfungsfrage soll ein Politikwissenschaftler der FH des Wiener BFI seinen Studenten gestellt haben, berichtet der „Kurier“.

Der Politologe und Islamismusexperte Thomas Schmidinger hat die Prüfungsfrage von einem Studenten zugespielt bekommen und auf Facebook gestellt. „Wenn ,Kollegen‘ solche Prüfungsfragen stellen, kann ich nicht schweigen“, schrieb er. Er bezeichnete die Fragestellung als „stereotyp und unwissenschaftlich“. „Für mich ist dies ein absolutes Negativbeispiel einer ressentimentgeladenen Prüfungsfragestellung, die nichts im Bildungswesen verloren hat.“

 

Interne Prüfung

Die Fachhochschule distanzierte sich in einer Reaktion „aufs Schärfste von Rassismus und Diskriminierung jeglicher Art“. Man werde den Vorfall intern prüfen und Konsequenzen ziehen. Der Professor für Terrorismusforschung habe eingesehen, dass die Frage „nicht adäquat gestellt wurde“. Er habe keine Klischees bedienen wollen, vielmehr habe er „auf die Symbiose von Medien und Terrorismus“ abgezielt. (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.06.2018)

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