Rotenturmstraße als Begegnungszone: Kritik an "ideologischem Alleingang Vassilakous"

Die Ausschreibung für die Neugestaltung der Wiener Rotenturmstraße zur Begegnungszone ist gestartet. Der ÖAMTC ist dafür, der Arbö dagegen. Kritik kommt auch vom Bezirk.

Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou
Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou
Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou – APA/HELMUT FOHRINGER

Die geplante Umgestaltung der Wiener Rotenturmstraße in eine Begegnungszone sorgt für Diskussionen. Die Innere Stadt reagierte mit deutlicher Kritik auf die kürzlich erfolgte Ausschreibung für die Neugestaltung. Für den ÖAMTC ist eine Begegnungszone durchaus vorstellbar, ARBÖ und FPÖ kritisieren das Vorhaben von Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) dagegen.

Aus Sicht des ÖAMTC könnte eine Begegnungszone bei richtiger Planung die Situation für alle Verkehrsteilnehmer entspannen: "Pro Tag wird die Rotenturmstraße von ca. 60.000 Fußgängern und rund 3.000 Fahrzeugen frequentiert, der Gehsteig ist an seiner Kapazitätsgrenze angelangt", erklärte der Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung, Bernhard Wiesinger.

Ganz anders sieht der ARBÖ das Vorhaben: "Es gibt keine Notwendigkeit, am Verkehrssystem in der Rotenturmstraße etwas zu verändern", ärgerte sich Landesgeschäftsführer Günther Schweizer über "die neuerliche Autofahrerschikane in Wien".

Auch die Wiener FPÖ hält nichts von den Plänen: "Dieses Konzept ist weder durchdacht noch in irgendeiner Art und Weise sinnvoll - die Idee, jetzt die Rotenturmstraße stillzulegen ist lediglich ein weiterer Versuch, Autofahrer willkürlich zu sekkieren", meinte Verkehrssprecher Toni Mahdalik in einer Aussendung.

Kritik kam auch aus der Inneren Stadt. Bezirksvorsteher Markus Figl (ÖVP) kritisierte die Ausschreibung als "ideologischen Alleingang von Vassilakou". Dass im Vorfeld der Ausschreibung weder die zuständigen Gremien des Bezirkes noch die direkt betroffenen Bewohner eingebunden worden seien, sei "eine Fortsetzung des ignoranten Umganges mit Bürgern". Auch Liz Tanzer, NEOS-Vorsitzende in der Inneren Stadt, bemängelte, dass Anrainer und Geschäftsleute vor vollendete Tatsachen gestellt würden.

Die Wiener ÖVP ist zwar nicht per se gegen eine Begegnungszone, der nicht amtsführende Stadtrat Markus Wölbitsch kritisierte in einer Aussendung allerdings die "Drüberfahrpolitik der Stadträtin" und forderte die Einbindung des Bezirks und der Bevölkerung.

Im Büro von Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) verteidigte man die Ausschreibung: Die aktuelle Situation in der Rotenturmstraße sei "höchst unausgeglichen". Oberstes Ziel sei es, die Situation für die Fußgänger zu verbessern. Im ersten Schritt würden nun Interessenten für die Oberflächengestaltung der Rotenturmstraße gesucht, Mitte August würden diese im zweiten Schritt um Ideen gebeten. Diese würden dann von einer Jury bewertet, in der die Bezirksvorstehung Innere Stadt eine gewichtige Stimme besitzen werde, wurde versichert.

(APA)

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