"Brand aus" im Wiener Donauzentrum

Bei dem Großbrand im Wiener Donauzentrum hat die Berufsfeuerwehr am Samstag um 17.30 Uhr "Brand aus" gegeben. Verletzt wurde niemand, das Einkaufszentrum bleibt vorerst geschlossen.

Rund 100 Feuerwehrleute waren im Kampf gegen den Brand im Einsatz.
Rund 100 Feuerwehrleute waren im Kampf gegen den Brand im Einsatz.
Rund 100 Feuerwehrleute waren im Kampf gegen den Brand im Einsatz. – APA/GEORG HOCHMUTH

Die Rauchwolken zogen stadtauswärts, trotzdem waren sie Samstagfrüh schon von der Kagraner Brücke aus zu sehen – wie auch wenig später die Flammen auf dem Dach des Donauzentrums. Unter der Brücke, die den alten und den neuen Teil des Einkaufszentrums verbindet, sammelten sich besonders viele Schaulustige.

Für gewöhnlich finden sich hier um diese Zeit hauptsächlich Parkplatzsuchende und Einkäufer. Diesmal waren es Einsatzfahrzeuge, Sperrbänder und Blaulicht. Angespannt beobachteten auf der Wagramer Straße viele, wie versucht wurde, auf und um das Dach herum das Feuer unter Kontrolle zu bekommen. Immer wieder fielen Regentropfen, sie halfen aber nicht viel. Im Inneren des Gebäudes hingegen – jenem Teil, der nicht evakuiert worden war – nahm der Tag seinen gewohnten Lauf.

Nach ersten Erkenntnissen kamen keine Personen zu Schaden
Nach ersten Erkenntnissen kamen keine Personen zu Schaden
Nach ersten Erkenntnissen kamen keine Personen zu Schaden – APA/GEORG HOCHMUTH

Mehr als 200 Feuerwehrleute

Bereits um 6.40 Uhr wurden die Einsatzkräfte benachrichtigt, dass ein Feuer in dem Bauteil ausgebrochen sei, der an der Ecke Wagramer Straße/Siebeckstraße liegt. Aus der Dachkonstruktion kam zu diesem Zeitpunkt dichter weiß-gelber Rauch. Die Feuerwehr rief Alarmstufe vier aus. Mehr als 200 Einsatzkräfte und 27 Fahrzeuge – darunter drei Drehleiterfahrzeuge und zwei Teleskopmastbühnen – waren im Einsatz.

Kurz vor 12 Uhr wurde das Einkaufszentrum geschlossen. Ausschlaggebend dafür waren die Rauchentwicklung und das Drehen des Windes. Gegen 13 Uhr konnte das Feuer schließlich unter Kontrolle gebracht und am frühen Abend endgültig gelöscht werden. Die Brandursache war zunächst unklar, ebenso wie die Frage, wie lang das Einkaufszentrum geschlossen bleiben wird.

Ziel war es vorerst, ein Blechdach zu öffnen.
Ziel war es vorerst, ein Blechdach zu öffnen.
Ziel war es vorerst, ein Blechdach zu öffnen. – APA/GEORG HOCHMUTH

Verletzte gab es laut Rettung keine. Weil die Flammen in den Morgenstunden ausbrachen, befand sich niemand im Gefahrenbereich. Für die Feuerwehr war die Brandbekämpfung aus mehreren Gründen schwierig. Die Flammenherde befanden sich unter einer Blechdachkonstruktion – das heiße Metall wurde zum Wärmeleiter und beschleunigte das Ausbreiten des Feuers.

Ausgestattet mit Atemschutz und Motorsägen, musste zuerst die doppelte Blechhaut des Daches an mehreren Stellen aufgeschnitten werden, bevor die Einsatzkräfte auf Teleskopmastbühnen von oben löschen konnten. Weil das Einkaufszentrum derzeit umgebaut wird, befanden sich auch mehrere Gasflaschen in der Gefahrenzone. Diese wurden von der Feuerwehr genauso in Sicherheit gebracht wie Blutbeutel eines ansässigen Plasmainstituts, deren Kühlung durch die Hitzeentwicklung nicht mehr sichergestellt war. Für die Dauer des Einsatzes führten die Wiener Linien ihre Fahrzeuge kurz. Autos wurden von der Polizei örtlich umgeleitet. Frei zugänglich war nur das Kino.

Ein Kaufhaus in Flammen

Donauzentrum

Besucher. Das Donauzentrum ist mit einer verpachtbaren Fläche von 133.000 Quadratmetern, rund 3000 Mitarbeitern in 260 Shops sowie knapp 19 Millionen Besuchern jährlich das größte Einkaufszentrum Wiens und nach der Shopping City Süd österreichweit auf Platz zwei. Aktueller Eigentümer ist Unibail-Rodamco-Westfield.

Eröffnung. Das Donauzentrum wurde 1975 eröffnet. Damals wies das Haus noch eine verhältnismäßig bescheidene Verkaufsfläche von 22.800 Quadratmeter auf. Bereits fünf Jahre nach der Eröffnung wurde das Einkaufszentrum um 9500 Quadratmeter Verkaufsfläche und rund 2500 Quadratmeter Nebenfläche erweitert.

U-Bahn. Im November 1982 folgte eine Vergrößerung um 3700 Quadratmeter sowie eine massive Verbesserung bei der Erreichbarkeit: Die Endstation „Kagran“ der U1 wurde unmittelbar vor dem Donauzentrum eröffnet. Im Oktober 2000 wurde ein zusätzlicher Bauteil fertig. Weitere Ausbauten folgten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.03.2019)

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