Staatsballett: Unterricht ist „korrekt“

Direktor Legris nimmt die beschuldigte Lehrerin in Schutz, die Erfolgsquote sei beeindruckend.

Ballettdirektor Manuel Legris.
Ballettdirektor Manuel Legris.
Ballettdirektor Manuel Legris. – (c) Michaela Bruckberger

Wien. Ballettdirektor Manuel Legris hat erstmals zu den Vorwürfen rund um psychische und physische Übergriffe an der Ballettakademie der Staatsoper Stellung genommen. Er habe bisher „den Unterricht absolut korrekt, die Lehrerinnen und Lehrer pflichtbewusst und die Erfolgsquote beeindruckend gefunden“, sagt Legris in der am Freitag erscheinenden Ausgabe von „News“.

Neben der Schule selbst, die zahlreiche Tänzer der aktuellen Compagnie hervorgebracht habe, deren Erfahrungen nicht den erhobenen Anschuldigungen entsprächen, nahm Legris auch die beschuldigte, mittlerweile entlassene Lehrerin in Schutz. Er verurteile zwar „bestimmte Ausfälle“ und lehne Methoden ab, durch die Kinder misshandelt werden, die Lehrerin bleibe ihm aber durch ihre „Hingabe an den Beruf und ihre Schülerinnen und Schüler in Erinnerung“. Legris, der selbst auf eine erfolgreiche Tänzerlaufbahn zurückblickt, erinnert auch an die Notwendigkeit „strenger Disziplin“ für den Traum von diesem Beruf. Seine eigene Ausbildung habe er unter „harten Bedingungen“ absolviert, die Auswahlkriterien seien streng, die Opfer, die man dafür in Kauf nehme, seien früh bekannt.

 

Zeitpunkt kein Zufall

Die Vorwürfe seien ein „harter Schlag“ für die Akademie. Man müsse sich aber fragen, woher sie kommen: „Von ehemaligen Schülern und Lehrern, die unter der aktuellen Administration keinen Erfolg hatten“, so Legris, der auch im Zeitpunkt der Vorwürfe keinen Zufall sieht. So sei zwar klar, dass Staatsoperndirektor Dominique Meyer und er selbst 2020 ihre Posten verlassen werden, die künftige Direktion der Ballettakademie sei aber noch offen. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.04.2019)

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