Veranstalter lehnt Teilnahme der jungen ÖVP an Regenbogenparade ab

Die Homosexuelleninitiative Wien lehnt die Teilnahme der JVP Wien an der Regenbogenparade ab. Die jungen ÖVPler hätten schließlich auch gegen Subventionen für die Parade gestimmt.

Der Regenbogen-Zebrastreifen vor dem Rathausplatz ist einer der Vorboten der großen Pride-Parade am Samstag.
Der Regenbogen-Zebrastreifen vor dem Rathausplatz ist einer der Vorboten der großen Pride-Parade am Samstag.
Der Regenbogen-Zebrastreifen vor dem Rathausplatz ist einer der Vorboten der großen Pride-Parade am Samstag. – APA/HANS KLAUS TECHT

Es wäre eine Premiere gewesen: Die JVP, die Jugendorganisation der ÖVP, bewarb sich bei den Veranstaltern der Regenbogenparade, mit einem Beitrag daran teilzunehmen. Doch die Homosexuelleninitiative (Hosi) lehnte ab. Man ortete den Versuch der politischen Profilierung in Zeiten des Vorwahlkampfs. "Wir haben die JVP um eine Stellungnahme gebeten, diese gründlich geprüft, ebenso wie ihre tatsächliche politische Arbeit", sagte Lui Fidelsberger, Obfrau der Hosi Wien, in einer Aussendung. "Im kürzlich obsolet gewordenen Regierungsprogramm waren LGBTIQ-Personen der ÖVP keine einzige Erwähnung wert - von der JVP wurde dazu geschwiegen. Auch die schikanöse Umsetzung des VfGH-Erkenntnisses zum Eintrag des dritten Geschlechts durch das Innenministerium kritisierte niemand aus der JVP."

Kritik gibt es auch an ÖVP-Klubobmann August Wöginger, der die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau in der Verfassung verankern wollte. Das theoretische Eintreten der JVP für ein gleichwertiges Partnerschaftsrecht sei zu wenig. Moritz Yvon, Obmann der Hosi Wien, ergänzt in der Aussendung: "Man kann nicht 364 Tage im Jahr Politik gegen Akzeptanz und gleiche Rechte machen, und sich dann am 365. Tag unterm Regenbogen abfeiern lassen."

JVP Wien: „Falsche Entscheidung"

Die JVP kann die Entscheidung der Pride-Veranstalter nicht nachvollziehen. Der „überparteiliche Schulterschluss für die Sache“ sei schließlich Ursprungsgedanke der Regenbogenparade, sagte JVP-Wien-Obmann Nico Marchetti dem ORF Wien. Daher sei die Entscheidung „keine, die meiner Auffassung nach dem Charakter dieser Veranstaltung entspricht, und ist somit schlicht falsch.“

Dass die Veranstalter auf die JVP nicht allzu gut zu sprechen sind, hat auch mit der Abstimmung im Wiener Gemeinderat über die Subvention der diesjährigen Europride zu tun. Da hätten die JVP-Gemeinderäte im Vorjahr dagegen gestimmt. „Wenn es nach der JVP gegangen wäre, gäbe es heute keine EuroPride in Wien", sagt Katharina Kacerovsky, Veranstalterin der EuroPride Vienna und Geschäftsführerin der Stonewall GmbH.

Noch bis 16. Juni ist Wien Gastgeber für das größte Event der europäischen LGBTIQ-Community - also der homo-, bi-, trans- und intersexuellen Personen. Es stehen rund 50 Veranstaltungen auf dem Programm - vom Lifeball über das EuroPride Village am Rathausplatz bis hin zur Regenbogenparade, bis zu eine Million Besucher werden erwartet.

>> Der Artikel auf wien.orf.at

(Red.)

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