Mit Messer attackierter Arzt: Tat war „nicht zu verhindern“

Der Kardiologe, der im Kaiser-Franz-Josef-Spital von einem Patienten mit einem Messer schwer verletzt wurde, spricht über den Angriff.

Archivbild: Das Wiener Kaiser-Franz-Josef-Spital
Archivbild: Das Wiener Kaiser-Franz-Josef-Spital
Archivbild: Das Wiener Kaiser-Franz-Josef-Spital – APA

„Wenn es keine Komplikationen gibt, dann bin ich zuversichtlich“, sagte jener Oberarzt, der am Mittwoch im Kaiser-Franz-Josef-Spital von einem 33-jährigen Patienten mit einem Messer schwer verletzt wurde, am Freitag über seine Heilungschancen. In einem vom Krankenanstaltenverbund (KAV) veröffentlichten Interview spricht der Kardiologe auch über den Moment des Angriffs.

„Ich sehe ihn und denke mir nichts dabei. Und wie ich vorbeigehe, nehme ich aus den Augenwinkeln wahr, dass er aufsteht, einen Gegenstand aus der Tasche zieht und schon fast elegant etwas davon abstreift“, erzählt der Mediziner. „Und dann sehe ich das Messer. Im nächsten Moment hat er auch schon zugestochen. Ich hatte keine Möglichkeit zu reagieren.“

Er habe sich daraufhin die Hand auf die Wunde gelegt und „versucht wegzukommen“. In einem Nebenraum habe er sich auf ein Bett gelegt. „Dann waren schon meine Kollegen bei mir.“ Was das Motiv des Mannes aus Sierra Leone gewesen sein könnte, wisse er nicht: „Ich kenne den Mann schon seit Jahren. Ich würde ihn als ruhig, still, fast schon introvertiert beschreiben. Ich hatte dennoch den Eindruck, ich wurde gezielt angegriffen.“ Wütend sei er dennoch nicht auf ihn, denn: „Er wird wohl nicht alle Sinne beisammen haben.“

Metalldetektor „unrealistisch“

Was die Diskussion über die Sicherheit in Spitälern angeht, sagt der Arzt: „Diesen Angriff hätte nichts und niemand verhindern können.“ Von Metalldetektoren hält er nichts: „Im Gesundheitswesen gibt es viele ungeplante Ereignisse. Da können solche Kontrollen zu Verzögerungen führen und sich als nachteilig erweisen. Außerdem müsste man beinahe jeden Lebensbereich absichern. Das erscheint mir nicht durchführbar, das halte ich für unrealistisch."

(Red.)

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