Haus des Meeres bekommt grüne Fassade

Der 35 Meter hohe vertikale Garten soll auch vor abbröckelndem Beton schützen. Auch der Zubau aus Glas ist bald fertig. Dessen Kosten übersteigen das ursprüngliche Budget um bis zu 15 Prozent.

WIEN: PRAeSENTATION DER NEUEN GRUeNWAND AM HAUS DES MEERES
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An der Fassade des Haus des Meeres soll ein vertikaler Garten entstehen. – APA/HELMUT FOHRINGER

Hängende Gärten für das Haus des Meeres: Der Aqua-Terra-Zoo in Wien ist um eine Attraktion reicher. Eine Fassade des früheren Flakturms ziert nun eine überdimensionale Pflanzenwand. Wuchern die 8.500 Setzlinge wie gewünscht, wird bald ein 400 Quadratmeter großer grüner Teppich die jetzt noch durchblickenden Blumenkistchen komplett verdecken.

Die vertikale Vegetation erstreckt sich über 35 Meter in die Höhe. Für die Begrünung wurden Hunderte Metallwannen mit einer Gesamtlänge von 1.600 Metern an die - in Richtung Schadekgasse blickende - Betonmauer des Kriegsrelikts montiert. Damit das Grün nicht irgendwann zu einem Braun wird, wie kürzlich an der Fassade der MA 48 geschehen, werde die automatische Bewässerungsanlage täglich überprüft, sagte Geschäftsführer Hans Köppen am Donnerstag bei der Eröffnung.

Bei der Präsentation war von den Pflanzen selbst noch nicht allzu viel zu sehen, die silbrig blitzenden Tröge waren noch dominant. Das soll spätestens im kommenden Jahr anders sein.

Schutz vor Betonstücken

Bei dem Projekt geht es aber nicht nur um Ästhetik und mehr Begrünung für das Grätzel im Bezirk Mariahilf. Franz Six, Stiftungsvorstand des Haus des Meeres, verwies heute auch auf Sicherheitsaspekte: "Der Turm ist 75 Jahre alt. Durch die Witterung ist immer wieder einmal Beton runtergebröselt. Nicht umsonst sind alle anderen Flaktürme in Wien eingezäunt." Alle drei anderen Fassaden sind bereits seit längerer Zeit verbaut und dadurch von herabfallenden Betonstückchen geschützt.

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Noch sind die Setzlinge klein, die bald den 400 Quadratmeter großen Pflanzenteppich bilden sollen. – APA/HELMUT FOHRINGER

Wobei an der Außenseite Richtung Fritz-Grünbaum-Platz - also der Eingangsseite - derzeit heftig gewerkt wird. Grund dafür ist ein markanter Glaszubau, der seit Monaten entsteht. Dieser bringt dem Zoo 3.000 Quadratmeter zusätzliche Nutzfläche. Neben mehr Platz für Tiere werden auch zwei neue Lifte - einer davon als Panoramaaufzug - errichtet sowie das Dach-Cafe zu einem Restaurant vergrößert. Die jetzige Aussichtsterrasse mit den Betonausbuchtungen wird eingehaust und zu einer "Australienanlage" samt Zwergkängurus umgestaltet.

Eigentlich hätten die Außenarbeiten am Zubau schon Ende Mai fertig sein sollen. Tatsächlich wird man die Baustelle erst in drei bis vier Wochen räumen können, sagte Köppen. Es hätten sich einige unerwartete Probleme gezeigt. "Der Flakturm ist oben schief", nannte der Geschäftsführer ein Beispiel. Auch in Sachen Brandschutz und Behördeneinreichungen habe es noch Änderungen bedurft. Köppen hofft allerdings, dass die Verzögerung noch eingeholt werden kann. Die Gesamteröffnung ist jedenfalls für das Frühjahr 2020 geplant.

Kosten übersteigen Budget

Schon länger bekannt war, dass die budgetierte Investitionssumme von 16 Millionen Euro nicht halten würde, ohne aber die Zusatzkosten zu beziffern. Köppen sagte heute, man werde wohl um zehn bis 15 Prozent darüber liegen. Von den Banken gebe es die Zusicherung, Kredite nötigenfalls aufzustocken.

Was die Kosten für die "Grüne Wand" anbelangt, wurden keine konkreten Zahlen genannt. Das sei mit dem beauftragten Unternehmen so vereinbart, hieß es. Sascha Haas von den "Stadtbegrünern", die das Projekt durchführen, ließ dann doch durchblicken, dass offenbar ein beträchtlicher Rabatt gewährt wurde: "Die Hose war ganz unten." Die Rede war von einem sechsstelligen Betrag.

 

(APA)

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