Wiener Weihbischof als Schuhputzer vor der Uni

Mit einer Schuhputz-Aktion machte Weihbischof Scharl auf die Missstände von Straßenkindern aufmerksam. Mehr als 33 Millionen Kinder leben weltweit auf der Straße.

Wiener Weihbischof Schuhputzer
Wiener Weihbischof Schuhputzer
(c) Clemens Fabry

"Meine Schuhe poliere ich immer selbst und diese Erfahrung nutzte ich heute für einen guten Zweck", betonte der Wiener Weihbischof Franz Scharl. Der Würdenträger betätigte sich am Donnerstag vor der Universität Wien als Schuhputzer, um auf die Missstände von Straßenkindern und für den am 31. Jänner international stattfindenden "Tag der Straßenkinder"aufmerksam zu machen. Er unterstützte damit den Verein "Jugend Eine Welt" sowie das Don-Bosco-Hilfswerk.

Mehr als 33 Millionen Kinder leben weltweit auf der Straße. Sie halten sich mit kleinen Arbeiten wie Schuheputzen über Wasser. Das internationale Don-Bosco-Hilfswerk und der Verein "Jugend Eine Welt" kümmern sich um diese Kinder.

"Heuer wollen wir unseren Fokus auf die Kinder in Haiti richten", sagte Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von "Jugend Eine Welt". Bei dem Erdbeben vor einem Jahr seien so gut wie alle in den Slum-Regionen lebenden Kindern zu Straßenkindern geworden. Gleichzeitig solle aber auch aufmerksam gemacht werden, dass es auch in Österreich Straßenkinder gebe. Hierbei handle es sich zumeist um minderjährige Flüchtlinge, die in Österreich gestrandet seien und deren Eltern keine Arbeit fänden.

Nicht nur Spenden sind gefragt. Das gesamte Jahr über sucht der Verein "Jugend Eine Welt" nach freiwilligen Mitarbeitern im Alter von 18 und 35 Jahren. Sie können nach Absolvierung der Bewerbungsphase zwölf Monate in einem der "Don Bosco Straßenkinderzentren" gegen gratis Kost und Verpflegung verbringen. Ihr Einsatzgebiet erstreckt sich von Ecuador, Mexiko über Ghana, Äthiopien, Sambia, Malawi bis nach Indien und den Philippinen. Pressesprecherin Kathrin Ivancsits empfahl diesen Dienst besonders jungen Männern, weil sie sich dafür einen Teil des Zivildiensts anrechnen lassen könnten. Auffallend sei aber in den letzten Jahren die vermehrte Nachfrage von Frauen.

(APA)

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