Missbrauch: Stadt Wien startet mit Entschädigungszahlungen

Insgesamt hat die Stadt Wien zwei Millionen Euro dafür budgetiert. Als Vorgabe für die Höhe der Zahlungen dient die gängige Schadenersatz-Judikatur.

Symbolbild Missbrauch
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(c) FABRY Clemens

Die Stadt Wien hat am Montag mit den Entschädigungszahlungen an die Opfer von Gewalt in städtischen Heimen begonnen. Insgesamt werden dafür zwei Millionen Euro zur Verfügung gestellt, informierten Jugendstadtrat Christian Oxonitsch (S) und der Opferschutzverein Weißer Ring. Der Verein ist für die Betreuung der Opfer und für die Aufarbeitung ihrer Geschichte zuständig. Bisher seien 86 Fälle besprochen worden.

Der Fälle der Betroffenen werden anonym einem Gremium vorgelegt, das über Entschädigungszahlungen beziehungsweise über das Erbringen weiterer Leistungen wie etwa die Finanzierung einer Psychotherapie entscheidet. "Es ist äußert schwierig, erlittenes Leid in Zahlen umzumünzen", erklärte Udo Jesionek, Präsident des Weißen Rings und Vorsitzender des Gremiums. Die Zahlungen seien ein Zeichen für die Anerkennung des Opferstatus.

In wie vielen der 86 Fälle eine finanzielle Entschädigung ausgezahlt werde, werde aus Rücksichtnahme auf die Opfer nicht veröffentlicht, betonte Marianne Gammer, Geschäftsführerin des Weißen Rings. Als Vorgabe für die Höhe diene die gängige Schadenersatz-Judikatur, entscheidend sei auch die Schwere der Auswirkung der Gewalt. Zusätzlich steht jedem Opfer der Zivilrechtsweg weiter offen.

(APA)

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