Heckenschütze in Wien: Zahl der Opfer gestiegen

21 Fälle sind der Polizei bekannt. Die Belohnung für Informationen zur Klärung der Tat beträgt 22.000 Euro. Über 300 Hinweise sind eingegangen.

Symbolbild Polizei
Symbolbild Polizei
(c) Fabry Clemens

Die Zahl der Opfer des Wiener Heckenschützen, der seit mehreren Wochen mit einem Luftdruckgewehr wahllos auf Passanten schießt, hat sich am Samstag auf 21 erhöht. Mittlerweile sind mehr als 300 Hinweise bei der Polizei eingegangen. Eine konkrete Spur zu dem Täter gibt es bis dato dennoch nicht. Die vier am Samstag bekanntgewordenen weiteren Taten ereigneten sich bereits am 15. September. An diesem Tag schlug der "Sniper" 17 Mal zu.

In 18 der 21 bekannten Fällen dürften Menschen getroffen worden sein. Diese erlitten teilweise Verletzungen wie Hämatome und Blutungen. Lebensgefahr bestand laut Polizei in keinem einzigen Fall. Zweimal wurden glücklicherweise keine Personen sondern Autos beschädigt. Eine Person gab an, von einer Kugel verfehlt worden zu sein.

>>> Karte: Wo der Heckenschütze zugeschlagen hat

Ein Muster, nach dem der Heckenschütze seine Ziele auswählt, gibt es laut Ermittlern offenbar nicht. Bei den Projektilen handelt es sich um sogenannte Diabolos vom Kaliber 4,5 Millimeter. Die erste dem "Sniper" zuordenbare Attacke wurde am 25. August registriert. Damals wurde in Hietzing ein Pkw beschädigt. Am Abend des 15. Septembers wurden die meisten Fälle - bisher 17 - gezählt. An mehreren Tatorten wurde angeblich ein kleiner, heller Pkw gesehen.

Es sei eine "besonders hinterlistige und feige Straftat", meinte Mario Hejl, Sprecher der Wiener Polizei. "Es sind zahlreiche Hinweise eingegangen - von solchen, die offensichtlich nicht in Zusammenhang mit den Taten stehen bis zu sehr konkreten Informationen", erklärte der Polizei-Sprecher. Wie viele Tipps eingetroffen sind und in welche Richtung die Ermittlungen gehen, darauf wollte man aus kriminaltaktischen Gründen keine Auskunft geben.

22.000 Euro Belohnung

Der Verein "Freunde der Wiener Polizei" hat eine Belohnung in der Höhe von 2000 Euro ausgelobt. Zusätzlich lobt das Bundeskriminalamt 20.000 Euro für zweckdienliche Hinweise aus, die zur Klärung des Falles um den Heckenschützen dienen.

Bemerkt wurde die Serie, als sich in der Vorwoche gleich drei Menschen bei der Polizei meldeten. Als diese Fälle durch die Medien gingen, meldeten sich weitere Menschen, die von Projektilen getroffen worden waren. Die Opfer erlitten Hämatome und Blutungen, Lebensgefahr bestand nie.

Das Landeskriminalamt Wien bittet weiter um Hinweise unter 01/31310-33800.

(APA)

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