Wien-Neubau: Polizei räumt besetztes Haus

Rund 100 Polizeikräfte waren bei der Räumung in der Lindengasse im Einsatz. Die Hausbesetzer leisteten keinen Widerstand und ließen sich hinaus begleiten.

Etwa 100 Polizeikräfte sind in der Lindengasse im Einsatz
Etwa 100 Polizeikräfte sind in der Lindengasse im Einsatz
(c) APA/HERBERT P. OCZERET (HERBERT P. OCZERET)

Gut drei Wochen hielten Aktivisten das Haus in der Lindengasse 60-62 in Wien-Neubau besetzt. Vergangenen Mittwoch ließen sie die "letzte Frist" des Eigentümers Buwog, das Gebäude freiwillig zu verlassen, verstreichen. Bemühungen der Stadt, zu einer Einigung zu kommen, scheiterten ebenfalls. Nun setzte die Immo-Gesellschaft Zwangsmaßnahmen ein, die Polizei räumte am Dienstag das besetzte Haus.

Nach der Räumung des Hauses in Wien-Neubau ist es am Dienstagabend zu einer unangemeldeten Protestdemonstration durch den 6. und 7. Bezirk gekommen. Weil die rund 120 Demonstranten nicht gehen wollten, wurden sie von etwa 100 Polizisten am Getreidemarkt eingekreist. Es gab vier Festnahmen, so ein Polizeisprecher.

100 Polizisten bei Hausräumung im Einsatz

Am Vormittag gegen 11 Uhr war  die Polizei mit einem Lautsprecherwagen vor das Gebäude aufgefahren und hatte  die Aktivisten aufgefordert, das Haus zu verlassen. Da keiner der 26 Besetzer freiwillig abzog, marschierten die Einsatzkräfte in das Haus. Etwa 100 Polizisten - darunter Wega-Beamte - waren im Einsatz.

Hausbesetzung: Großeinsatz der Polizei

Laut Polizei verlief die Räumung friedlich. Es gab keinen Widerstand seitens der Aktivisten, die Beamten führten Identitätsfeststellungen durch, es kam zu keinen Festnahmen. Einige Besetzer skandierten: "Die Häuser denen, die drin wohnen."

Für den Einsatz wurden im Umkreis der Lindengasse die Straßen großräumig gesperrt. Kein Durchkommen für den Verkehr gab es zwischenzeitlich in der Zieglergasse, der Lindengasse und teilweise in der Seidengasse. Im Anschluss an die Räumung sammelten sich rund 80 Personen vor dem Abbruchhaus zu einer kurzen Spontankundgebung.

Buwog-Sprecher Thomas Brey betonte, dass man sich um eine Lösung ohne polizeiliche Räumung bemüht habe, es aber keine Bereitschaft zu einer Einigung vonseiten der Aktivisten gegeben habe. Nun sei man froh, dass die Besetzung zu Ende gegangen ist. "Wir sind aber nicht froh, dass es zu einer polizeilichen Räumung gekommen ist", meinte Brey. Man werde nun geeignete Mittel ergreifen, damit niemand mehr in das Haus könne. Das werde ohne Bewachung nicht gehen.

Das Haus in der Lindengasse soll abgerissen werden und einem Neubau Platz machen. Die Buwog will dort Wohnungen errichten. Die Besetzer hingegen wollten in dem Objekt ein "selbstverwaltendes" Wohn- und Kulturzentrum einrichten.

 

(APA)

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