Wien: Großbrand in ehemaliger Bank-Austria-Zentrale

In der Nacht ist an der Baustelle Am Hof in der Wiener Innenstadt ein Brand ausgebrochen. 150 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Brand ehemaliger BankAustriaZentrale Wien
Brand ehemaliger BankAustriaZentrale Wien
(c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)

Ein Großbrand hat Freitag früh die ehemalige Zentrale der Bank Austria am Hof in der Wiener Innenstadt schwer in Mitleidenschaft gezogen. Um 3 Uhr war die Feuerwehr zu dem Gebäude gerufen worden, das zu dem Zeitpunkt bereits in Vollbrand gestanden sein dürfte. Wie Einsatzleiter Rainer Haslinger schilderte, wurde der historische Festsaal im ersten Stockwerk völlig zerstört, der denkmalgeschützte Kassensaal sei akut gefährdet.

Die Einsatzkräfte riefen Alarmstufe 3 aus und bekämpften die Flammen über Stunden. Gegen 7 Uhr konnte "Bis auf Glutnester Brand Aus" gegeben werden, wie die Feuerwehr berichtete. Bis zu diesem Zeitpunkt waren etwa 30 Fahrzeuge sowie rund 150 Mann im Einsatz. Um etwa 7.30 Uhr wurde auf Alarmstufe 2 zur Durchführung der Aufräum- und Nachlöscharbeiten reduziert, um 10.45 Uhr wurde die Alarmstufe 2 aufgehoben. Nachlöscharbeiten einzelner Glutnester dürften noch bis zum nächsten Tag notwendig sei, sagte Haslinger.

Das Gebäude sei arg in Mitleidenschaft gezogen worden, sagte der Einsatzleiter. In Folge des Feuers seien erste statische Probleme aufgetaucht, deren Ausgang noch unklar sei. So bestehe die Gefahr, dass die Decke über dem historischen Kassensaal einstürze und dieser völlig zerstört werde. Bis auf Statiker und Brandbekämpfer darf derzeit niemand das Gebäude betreten.

Wien: Großbrand in der ehemaligen Bank-Austria-Zentrale

Ursache noch nicht bekannt

Schäden entstanden auch in angrenzenden Gebäuden. Zwar wurde die Kirche Am Hof vor einem Übergriff der Flammen bewahrt, ein Teil des Kirchenkomplexes, der zur ehemaligen Bank gehört sowie das dahinterliegende Konventsgebäude der Schulschwestern von Sarajevo in der Seitzergasse wurden dennoch in Mitleidenschaft gezogen, wie Kathpress berichtete. Hier seien Fensterscheiben geborsten und Fensterstöcke beschädigt worden.

Die Ursache des Feuers war zunächst noch nicht bekannt. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.

Der Platz Am Hof wurde abgesperrt, wiewohl sich in der Früh zahlreiche Schaulustige versammelten, um die verrußte Fassade der früheren Bankzentrale zu inspizieren, aus der immer wieder weiße Dampfwolken von verdunstetem Löschwasser stiegen.

Feuerwehr musste nicht weit fahren

Die Feuerwehr, deren Zentrale sich vis-a-vis befindet, legte den Weg dennoch mit dem Löschwagen zurück, wie der erstangekommene Bereitschaftsoffizier Christian Feiler betonte. "Der Zeitverlust wäre zu groß, zuerst zu Fuß hinüberzugehen, nachzuschauen und dann die Ausrüstung zu holen." Der Brandrat, der sich in seinem Bereitschaftsbett in der Hauptfeuerwache befand, roch den Rauch bereits im eigenen Stiegenhaus, als er zum Einsatzfahrzeug lief, wo blitzschnell die routinemäßigen Handgriffe bis zum Ausfahren folgten. "Als wir dann die Einsatztore geöffnet haben, haben wir eh gesehen, dass wir nicht weit fahren müssen", scherzte er - auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes war bereits ein deutlicher oranger Schimmer zu sehen.

Die Immobilie, die die einstige Länderbankzentrale war und später eine der Zentralen der Bank Austria beheimatete, war 2008 veräußert worden. Käufer war die Signa Gruppe des Investors Rene Benko, der in der Gegend eine Luxusshoppingmeile errichten will. In die frühere Bank soll das Park-Hyatt-Hotel einziehen.

(APA)

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