Kupferdieb sägte Stromkabel auf U4-Trasse an

Anschließender Kabelbrand legte U-Bahn-Betrieb in Wien lahm. Der Täter flüchtete, soll sich aber schwer verletzt haben. Offenbar hat es sich um einen Kupferdieb gehandelt.

(c) Clemens Fabry

Wien/Apa. Ein kurioser Diebstahlversuch beschäftigte am Samstag die Wiener Polizei: Ein Unbekannter hat auf Höhe der Gunoldstraße in Döbling Starkstromkabel bei der U4 mit einer Säge bearbeitet. Offenbar handelt es sich um einen Kupferdieb, der gegen 16.20Uhr die Leitungen angesägt hat. Sehr wahrscheinlich dürfte sich der Unbekannte schwer verletzt haben: Es kam zu einem Brand, die U-Bahn musste zwischen den Stationen Spittelau und Heiligenstadt unterbrochen werden. Der Täter flüchtete.

Mit einer Kabelschere hatte er mehrere Kabelstränge zusammengehalten. Anschließend versuchte er, die Kupferkabel mit einer Eisensäge durchzusägen. Weitere Personen kamen bei dem Vorfall nicht zu Schaden. Die U4 fuhr erst um 21.15Uhr wieder nach Heiligenstadt.

Der durchschnittlich erzielte Marktpreis von Kupfer lag zuletzt bei fünf Euro pro Kilogramm. Insbesondere Bahnunternehmen wie die ÖBB und die Wiener Linien erleiden durch Kabeldiebstähle großen Schaden. In Wien war zuletzt vor allem die oberirdisch geführte U6 Zielgebiet für Diebe.

Auch von Firmengeländen verschwindet Kupfer immer wieder. Zuletzt war ein Unternehmen aus Himberg (Niederösterreich) betroffen. Dort sollen drei Ungarn 31Tonnen im Wert von 155.000 Euro gestohlen haben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.11.2011)

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