Wien Holding: Brauner-Vertraute wird verlängert

SubtextSigrid Oblak, die sich einen harten Machtkampf mit dem jetzigen Finanzstadtrat Hanke lieferte, darf bleiben.

Oblaks Vertrag wurde nun überraschend verlängert.
Oblaks Vertrag wurde nun überraschend verlängert.
Oblaks Vertrag wurde nun überraschend verlängert. – (c) Die Presse (Clemens Fabry)

Es ist eine brisante Entscheidung, die erst Mitte nächster Woche hätte bekannt werden sollen; dann aber hektisch auf Freitagmittag vorgezogen wurde, nachdem „Die Presse“ (nach Hinweisen aus informierten Kreisen) eine offizielle Anfrage im Rathaus startete – bezüglich einer heiklen Personalentscheidung.

Der Vertrag von Sigrid Oblak, Geschäftsführerin der Wien-Holding, wird verlängert. Und das sorgt im Rathaus für erstaunte Gesichter, teilweise Irritationen und Spekulationen. Einige sprechen von Zugeständnissen an das „Team Haltung“ und den linken SPÖ-Flügel, andere sind nur ratlos.
Warum? Oblak ist eine enge Vertraute von Ex-Finanzstadträtin Renate Brauner und galt in der Holding, dem wirtschaftlichen Rückgrat der Stadt Wien, immer als verlängerter Arm von Renate Brauner – die Michael Ludwig um jeden Preis als Bürgermeister verhindern wollte.

Dazu kommt ein zweites offenes Geheimnis: Zwischen Oblak und dem damaligen gleichberechtigten Holding-Geschäftsführer Peter Hanke lief jahrelang ein erbitterter Machtkampf um die Führung – weswegen manche einen Stillstand in der Holding orteten („Die Presse“ berichtete in der Vergangenheit mehrfach). Oblak hatte Brauner hinter sich, Hanke überlebte eine geplante Demontage einst nur knapp, weil der damalige Bürgermeister, Michael Häupl, fachlich viel von Hanke hielt und dessen Entmachtung im letzten Moment stoppen konnte – was offiziell immer dementiert wurde, aber noch heute in der Holding erzählt wird.

Mit der Umbildung der Wiener Stadtregierung wurden die Karten neu gemischt. Hanke ist Finanzstadtrat und damit Chef von Oblak. Dass gerade er Oblak verlängert, auch gegen den Widerstand von nicht wenigen Genossen, sorgt im Rathaus für die wildesten Spekulationen.
Überraschend ist die Entscheidung auch, weil holdingintern Oblak einige Fehler angekreidet werden: Beim Neubau des „Glaspalasts“ nächst dem Rathaus sollen Millionen an Planungskosten versenkt worden sein („Die Presse“ berichtete), Kritik gab es für das Agieren der Holding beim Wirtschaftspark Breitensee; bei Neu Marx und Marx-Halle war das Agieren der Holding ebenfalls von Kritik begleitet.

Ein Grund, dass Oblak bleibt, könnte sein: Kurt Gollowitzer, kaufmännischer Geschäftsführer der Wiener Stadthalle, folgt Hanke als Holding-Geschäftsführer nach: „Er ist die Nummer eins“, ist in Holding-Kreisen zu hören. Oblak darf bleiben, aber sie muss wichtige Kompetenzen abgeben.

Zur Erinnerung: In der Wien Holding unter der Führung von Oblak wurde kürzlich ein interessanter neuer Job geschaffen. Dieser trägt die sperrige Bezeichnung „Bevollmächtigte der Stadt Wien für Daseinsvorsorge und Kommunalwirtschaft“. Erhalten hat ihn Oblaks frühere Vorgesetzte Renate Brauner, für die in der neuen Stadtregierung kein Platz mehr war.

E-Mails: martin.stuhlpfarrer@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.08.2018)

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