Pussy Riot fordern EU-Sanktionen gegen Chelsea-Klubchef

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Tolokonnikowa und Aljochina / Bild: APA/EPA/TOBIAS HASE 

Die beiden Aktivistinnen Tolokonnikowa und Aljochina halten außerdem eine "Revolution" wie in Kiew auch in Russland für möglich.

 (DiePresse.com)

Morgen, Dienstag, werden die beiden "Pussy Riot"-Aktivistinnen Nadeschda Tolokonnikowa und Marija Aljochina auf Einladung der deutschen Grünen im EU-Parlament sprechen - und dabei weitere Sanktionen gegen Russlands Führung fordern.

Auf der Sanktionsliste sollten auch Gazprom-Chef Alexej Miller und Rosneft-Chef Igor Setschin stehen, sagte Tolokonnikowa der Online-Ausgabe des Nachrichtenmagazins "Datum". "Aus irgendeinem Grund sind sie noch nicht drauf" Dasselbe gelte auch für Roman Abramowitsch. Der Oligarch ist Besitzer des englischen Fußball-Topklubs Chelsea FC.

Die Revolution in Kiew könnte eines Tages auch Russland erfassen, glauben die Aktivistinnen. "In Russland gibt es eine starke innere oppositionelle Stimmung. Die Menschen bringen das nicht öffentlich zum Ausdruck, weil sie es gewohnt sind, dass der Chef immer Recht hat. Aber zu einem gegebenen Zeitpunkt kann dieser gesellschaftliche Vertrag kollabieren", wird die 24-jährige Tolokonnikowa zitiert.

"Unter permanenter Beobachtung"

Aljochina und Tolokonnikowa saßen wegen ihres "Punk-Gebets" in der Mosakuer Christ-Erlöser-Kathedrale 21 Monate in Haft. Mittlerweile leben die beiden wieder in Moskau - allerdings "unter permanenter Beobachtung der Behörden", so Tolokonnikowa. Es gebe ein unausgesprochenes Verbot, in andere russische Provinzen zu reisen: "Jedes Mal, wenn wir das tun, werden lokale junge Männer gegen uns aufgehetzt, die mit der Polizei zusammenarbeiten und uns körperlich angreifen."

Aljochina erklärte zudem, dass im Kindergarten ihres Sohnes regelmäßig Mitarbeiter der politischen Polizei, des "sogenannten Zentrums gegen den politischen Extremismus" auftauchen und unangenehme Fragen stellen würden.

>>Link zum "Datum"-Artikel

(Red.)

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