Brüssel: Zu schmutzig, zu unsicher - nichts wie weg

Bedienstete im Umfeld der EU entwickeln eine Hassliebe zu Brüssel. Sie leben isoliert und wollen nach Dienstende am liebsten in ihre Heimat zurück.

EU-Gebäude
EU-Gebäude
EU-Gebäude – EU-Kommission

Kaum einer will hier lange bleiben: Laut einer Umfrage unter den rund 100.000 Bediensteten bei EU-Institutionen und deren Umfeld in Brüssel, wollen lediglich sechs Prozent für immer in der belgischen Hauptstadt leben. 80 Prozent ärgert, dass Brüssel „zu schmutzig“ ist. Etwa die Hälfte fühlt sich angesichts der hohen Kriminalitätsrate unsicher. 74 Prozent, die hier arbeiten, wünschen sich von der Stadtverwaltung, dass sie das hässliche EU-Viertel schöner gestaltet.

Die Studie, die vom Brussels-Europe Liaison Office veröffentlicht wurde, macht aber auch deutlich, dass ein Großteil der internationalen Bevölkerung der Stadt keinen Kontakt zu Belgiern sucht und ihre Kinder lieber in die internationalen Schulen gibt. Sie bleiben im Durchschnitt nicht länger als zehn Jahre. Die „Brussels bubble“ schottet sich selbst ab und lebt gerne in den „besseren“ Bezirken wie Ixelles, Etterbeek oder Woluwe-Saint-Lambert.

Überraschend ist allerdings, dass die Bediensteten im EU-Umfeld das Stadtleben in Brüssel dennoch schätzen. Besonders hervorgehoben werden das gute Essen, die erschwinglichen Wohnungen und die vielen Parks der Stadt. Aber auch das gute Gesundheitssystem wird gewürdigt. 75 Prozent der Befragten gaben an, dass sie es „mögen“ in Brüssel zu leben.

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