Eurofighter: Millionen für Lobbying bei "Lüssel und Laider"?

EADS soll an eine kleine britische Firma acht Millionen Euro dafür bezahlt haben, dass Österreich die Eurofighter kaufte.

EUROFIGHTER LANDUNG AM FLUGHAFEN WIEN-SCHWECHAT
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Eurofighter – APA/HERBERT NEUBAUER

Die Airbus Group, vormals EADS, hat ihre interne Prüfung zu angeblichen Schmiergeldzahlungen im Zusammenhang mit dem Verkauf der Eurofighter an Österreich abgeschlossen. Aus dem Prüfungsbericht der Anwaltskanzlei Clifford Chance soll eine ominöse Zahlung an eine kleine britische Firma hervorgehen. Das berichtet das Magazin "News" in seiner aktuellen Ausgabe.

Demnach zahlte EADS an die mittlerweile gelöschte "City Chambers Limited" acht Millionen Euro dafür, dass Österreich die Eurofighter kaufte. Als Leistungen soll das Unternehmen unter anderem "Lobbying" an der Milchbar des österreichischen Parlaments bei "Dr. W. Lüssel", "Dr. J. Laider" und "Dr. K.H. Lasser" aufgelistet haben. Mit einem "Mr. Wartenstein" seien die Eurofighter-Gegengeschäfte besprochen worden. "News" zitiert Berichte, wonach die Namen "aufgrund unserer Spezialvereinbarung" abgeändert worden seien.

Viele der von der Firma aufgelisteten Termine wirken "frei erfunden", wie "News schreibt - etwa Treffen mit angeblichen Militärs wie "Brigadier Mayer, Oberleutnant Mayer, General Huber, Oberleutnant Huber".

Eigentümer des Unternehmens unbekannt

Wer die Eigentümer von "City Chambers Limited" sind, ist unbekannt. Als Direktor wird in den Unterlagen ein Rajni Mehta angeführt. Der heutige Gesellschafter einer Wiener Unternehmensberatung soll für das Unternehmen die Gespräche in Österreich geführt haben. Er sei nicht für eine Stellungnahme erreichbar gewesen, heißt es in dem Bericht.

EADS wollte sich am Donnerstag auf Anfrage der Austria Presse Agentur nicht zu dem Bericht äußern: Ein Sprecher betonte einmal mehr, dass die juristische Beurteilung des Prüfberichts der Justiz obliege. Inhaltliche Stellungnahmen werde man daher nicht abgegeben.

"News"-Bericht

Causa Eurofighter: Eine Affäre ohne Ende

(Red.)

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