Gudenus wettert gegen "europäische Homosexuellenlobby"

Bei einer Ansprache in Moskau übte der Klubobmann der Wiener FPÖ Kritik an der EU, der Nato und dem Vorgehen der USA.

Johann Gudenus
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Johann Gudenus – Die Presse

Die Annäherung zwischen FPÖ und dem offiziellen Russland läuft weiter. Johann Gudenus, Klubchef der Wiener FPÖ, trat am Donnerstag in Moskau bei einer Großveranstaltung auf. In seiner Rede kritisierte Gudenus die EU sowie die Nato und die USA. "Europa ist mehr als die Europäische Union, wir sind eine große christliche Familie. Aber es gibt jemanden, der unsere Werte und unsere Familie zerstören will", wird er von der Nachrichtenagentur Interfax zitiert. Es solle nicht vergessen werden, dass die USA bis zum letzten europäischen Soldaten Krieg führen würde, so Gudenus demnach.

Die Politik der Europäischen Union sei die Politik von Nato und Amerika, sagte er. "Ich schäme mich dafür. Das österreichische Volk, das Volk der Europäischen Union denken nicht so. Wir sind Freunde Russlands", schreibt Interfax.

Ungemach drohe in Europa auch von einer "Homosexuellenlobby", sagte Gudenus. Diese sei äußerst mächtig und verfüge über eigene Zeitungen und Fernsehsender. "Die europäische Homosexuellenlobby will eine absolute Gleichberechtigung von Homosexuellen und Lesben, darunter auch das Recht aus Adoption von Kindern, das es bereits in einigen EU-Staaten gibt. Es ist schwer vorstellbar, wohin das alles führen wird", klagte er in der Moskauer Erlöserkathedrale.

Seine Ansprache hielt Gudenus übrigens auf Russisch. Der Klubobmann hat nämlich in Moskau studiert und ist in den vergangenen Jahren wiederholt nach Russland gereist. Im März hatte Gudenus zudem als internationaler Beobachter beim international umstrittenen Referendum auf der Krim fungiert, das die Annexion der Halbinsel durch Russland legitimieren sollte. In der Ukraine wird deshalb überlegt, ihn mit einem Einreiseverbot zu belegen.

(APA)

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