Neues Strache-Foto von "Wehrsportübung" aufgetaucht

Auf den Anfang 2007 von Strache selbst veröffentlichten "Paintball"-Bildern sollen "News" zufolge Schusswaffen wegretuschiert worden sein. Strache beharrt darauf, dass es sich um Paintball gehandelt habe.

(c) Die Presse (Michaela Bruckberger)

Im Wahlkampf kocht nun auch die bald zwei Jahre alte Foto-Affäre rund um FP-Chef Heinz Christian Strache wieder hoch. Eines der Bilder, mit denen Strache im Jänner 2007 den Verdacht entkräften wollte, er habe Ende der 1980er-Jahre an einer Wehrsportübung teilgenommen, war nämlich offenbar unvollständig.

Auf dem Bild ist Strache mit drei nachträglich unkenntlich gemachten Kameraden in Uniform zu sehen. Die am bisher nicht veröffentlichten Original des Bildes ebenfalls sichtbaren Waffen wurden allerdings herausgeschnitten, schreibt die Nachrichtenillustrierte "News" in einer Vorabmeldung am Mittwoch.

Keine Hallen, deshalb in den Wald

Strache erklärte am Mittwoch, dass dies die alten, bereits veröffentlichten Fotos seien, es werde lediglich "alles nocheinmal aufgewärmt". Der einzige Unterschied sei, dass man nun die Gesichter der anderen sehe. Strache betonte abermals, dass es sich bei der Aktion um Paintball gehandelt habe. Damals habe man jedoch noch keine speziellen Paintball-Waffen gehabt, außedem habe es keine Hallen gegeben, in denen man diesem Spiel nachgehen konnte, "deshalb ist man in den Wald gegangen".

Screenshot news.at

Am von "News" veröffentlichten Originalfoto ist auch der Lauf einer doppelläufigen Schrotflinte sowie eine vierte Person abgelichtet, die mit einer Art Sturmgewehr hantiert. Beides fehlt auf dem von der FPÖ veröffentlichten Bild. Auf den im Jänner 2007 von Strache dem ORF übergebenen Bildern waren bis auf Schlagstöcke und einen Dolch keine Waffen zu sehen. Ein weiteres Foto von der Veranstaltung, auf dem ein Vermummter in Kampfanzug mit Sturmgewehr und Pistole zu sehen ist, hat der FP-Chef damals nicht vorgelegt.

An der von Strache als Paintballspiel bezeichneten Veranstaltung hat laut "News" auch Andreas Reichhardt teilgenommen, heute Leiter der Innovations und Telekommunikations-Sektion im Infrastrukturministerium. Auf Anfrage der APA waren am Donnerstag vorerst weder Strache noch Reichhardt für eine Stellungnahme zu erreichen.

FPÖ: "Alte Hüte"

Die FP-Generalsekretäre Herbert Kickl und Harald Vilimsky bezeichneten die aufgetauchten Bilder am Mittwoch als "alte Hüte, die wirklich niemand hinter dem Ofen hervorlocken würden". "Für uns ist dieser neuerliche Versuch, eine Schmutzkübelkampagne zu inszenieren, jedenfalls die Bestätigung der Richtigkeit unseres Slogans 'Sie sind gegen ihn, weil er für Euch ist'", erklärte Vilimsky in einer Aussendung.

Es handle sich dabei nämlich nicht um "echte Waffen", sondern um "Soft-Gun-Spielzeug mit kleinen gelben Plastikkugeln und Paint-Ball Spielzeug mit Farbkugeln". Warum im Vorjahr nur eine zusammengeschnittene Version des Fotos veröffentlicht wurde geht aus der FPÖ-Aussendung nicht hervor.

Die Fotos sind Teil einer Serie, die der damalige FP-Abgeordnete Ewald Stadler Ende 2006 an die Partei weitergeleitet hatte, und von deren Existenz in der Folge auch die Medien erfuhren. Stadler und die Parteiführung um Strache waren damals in einen Machtkampf um die Freiheitliche Parteiakademie verstrickt. Dass er selbst die Medien über die Existenz der Fotos in Kenntnis gesetzt habe, wurde von Stadler stets dementiert. Mittlerweile ist Stadler zum BZÖ gewechselt.

(APA/Red.)

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