Wer ist Pegida Österreich?

Der Österreich-Ableger der Pegida startet am Montagabend mit einer ersten Kundgebung. Sprecher Georg Immanuel Nagel fordert ein Verbotsgesetz gegen den Islamismus.

Georg Immanuel Nagel
Georg Immanuel Nagel
(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Während Pegida in Deutschland von internem Streit gelähmt ist, steht der Österreich-Ableger erst in den Startlöchern: Für Montagabend ist die erste Kundgebung in Wien geplant. Treibende Kraft ist ein 28-jähriger Philosophiestudent aus Wien: Georg Immanuel Nagel, bisher als Publizist in rechten Blättern wie „Zur Zeit“ und „Eckartsbote“ in Erscheinung getreten.

Auf der politischen Bühne ist Nagel neu: Bei einer Partei sei er bisher nicht gewesen – und aus Pegida soll auch keine Partei werden. Das Konzept lautet: Als außerparlamentarische Opposition Druck machen auf die etablierte Politik. „Wenn wir zur Partei werden, dann werden wir notwendigerweise auch Teil des politischen Systems“, sagt Nagel im Gespräch mit der „Presse“. Mit all den negativen Konsequenzen: Dann würde man Glücksritter anlocken, denen es um Macht und Posten gehe.

 

„Asylrecht nur für Europäer“

Die Bewegung, die mit der deutschen Pegida in losem Kontakt steht, aber keine organisatorischen Verbindungen hat, ist auf ein Thema fixiert: Zuwanderung, und da speziell die angebliche Islamisierung Europas. Die Gegenmaßnahmen? Zum einen eine Änderung der Asylgesetze. Es solle ein Asylrecht der Kontinente geben. Sprich: Nur noch europäische Flüchtlinge sollen in Europa aufgenommen werden. „Ein echter Flüchtling hat das Interesse, in geografischer und kultureller Nähe zu seinem Heimatort versorgt zu werden“, heißt es in einem Positionspapier von Pegida.

Bezüglich der hier lebenden Muslime fordert Nagel ein „Ende der Appeasement-Politik“. Selbst bei schweren Verbrechen gebe es derzeit keine Reaktion. Konkret nennt der Pegida-Sprecher einen Fall aus dem Vorjahr, als einer Kirchgängerin von einem Moslem ein Ohr abgeschnitten wurde.

Auf gesetzlicher Ebene wünscht er sich in Anlehnung an das NS-Verbotsgesetz ein Verbotsgesetz für Islamismus. So soll es etwa unter Strafe gestellt werden, die Einführung der Scharia, also der islamischen Rechtsordnung, zu fordern. "Mehr Islam ist gleich mehr Islamismus" sagt Nagel". Die Positionen der Islamisten seien alle aus dem Koran ableitbar. Liberale Moslems dagegen seien nicht streng gläubig.

Ob das auf ein Verbot des Islams hinausläuft? So weit will Nagel nicht gehen. Privat könne jeder seinen Glauben ausleben.

In seinen bisher veröffentlichten Artikeln lesen sich Nagels Ansichten noch ein wenig drastischer. So schreibt er angesichts der über Jahre laufenden sexuellen Missbräuche in der englischen Stadt Rotherham verallgemeinernd von einem „Vergewaltigungs-Jihad gegen europäische Frauen“. Über den „sattsam bekannten Hang mancher Jünger Mohammeds zu sexuellen Übergriffen“ dürfe „aus Gründen der politischen Korrektheit“ nicht gesprochen werden.

In Wien erlebt er rund um die U-6-Station Alserstraße einen „Kulturschock“. „Statt den lieblichen Mädchen sieht man Kopftuchkinder und Burka-Frauen. Skurrile Gestalten von oft schwer zu erahnender Provenienz säumen den Weg.“ Ein politisch gewollter Kulturschock, wie Nagel meint. Denn die Wählerklientel der rot-schwarzen Stadtregierung sei „nicht mehr der echte Wiener, sondern das aus aller Welt eigens zu diesem Zwecke importierte Gesindel“.

Auch für jene deutschen Hooligans, die bei einer Anti-Salafisten-Demo gewalttätig wurden, zeigt er Verständnis: Eine „dem Terror überlassene Bevölkerung“ wolle nicht mehr hinnehmen, dass die Umvolkung voranschreitet und ein islamisches Kalifat errichtet wird. Das „normale einfache Volk“ erhebe sich, während die „linke Nomenklatura“ nach „Repression gegen das eigene Volk“ rufe. „Ich stehe zu allen meinen Artikeln“, sagt Nagel. Auch wenn er zugibt: Die Formulierungen seien hart und zugespitzt.

 

Anmerkung der Redaktion: Aufgrund eines Missverständnisses beim Gespräch mit Georg Immanuel Nagel wurde die erste Version dieses Artikels geringfügig adaptiert.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.01.2015)

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