Ein Puzzlespiel mit historischen Bibeltexten

Mönche des Stiftes Mondsee zerschnitten einst veraltete Bücher, um damit andere Werke zu reparieren – eine gängige Praxis im Mittelalter. Wiener Forscher fügen die Schnipsel nun digital wieder zusammen.

Fragmente einer liturgischen Schrift aus dem 12. Jahrhundert. Sie wurden verwendet, um Buchseiten zu verstärken.
Fragmente einer liturgischen Schrift aus dem 12. Jahrhundert. Sie wurden verwendet, um Buchseiten zu verstärken.
Fragmente einer liturgischen Schrift aus dem 12. Jahrhundert. Sie wurden verwendet, um Buchseiten zu verstärken. – (c) Österr. Nationalbibliothek

Ein kleines Gebetsbuch liegt auf dem Tisch vor dem Fenster zum Wiener Josefsplatz. Das ungeschulte Auge bemerkt erst beim zweiten Hinschauen, dass der Einband aus einer anderen Handschrift besteht, als sie im Inneren zu finden ist. Bei einem anderen Werk mit theologischen Texten scheinen alte Lettern unter den neueren Buchstaben durch. Und in einem dritten Buch wurde ein länglicher, ebenfalls beschriebener Papierstreifen befestigt, um die Haltbarkeit der Buchbindung zu verbessern. „Es war im ganzen Mittelalter gängige Praxis, nicht mehr benötigte Handschriften zu zerschneiden und wieder zu verwenden“, erklärt Katharina Kaska.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.03.2018)

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