Heute vor 140 Jahren: Die silberne Hochzeit von Franz Joseph und Elisabeth

“Diese Festlichkeiten sind uns nicht blos ein schöner und spontan sich äußernder Zug des Herzens, welches in der gesunden Brust unseres Volkes schlägt: sie sind auch symbolisch für die Fundamente, auf denen der eigenartige Bau unseres Reiches sich erhebt.”

Neue Freie Presse am 24. April 1879

Seit dem Beginne dieser Woche ist Wien der Schauplatz seltener Festlichkeiten. Die alte Kaiserstadt hat ihren schönsten Festschmuck angelegt; ein herrliches Gotteshaus wird eingeweiht, nicht blos als eines der edelsten Denkmäler der Kunst unseres Jahrhunderts, sondern auch als ein steinernes Wahrzeichen unwandelbarer Treue der Völker für ihren Herrscher; aus allen Gauen, von den entlegensten Marken der österreichisch-ungarischen Monarchie haben die Völker ihre Abgesandten herbeigeschickt, um dem Monarchen ihre Huldigungen darzubringen; drinnen in der Hofburg drängen sich die Deputationen und wetteifern mit einander in überschwenglichen Ausdrücken der Liebe und Ergebenheit für den Kaiser, seine Familie und sein ganzes Haus. Oesterreich-Ungarn feiert das Jubelfest der Vermälung seines Herrscherpaares, und das ist ein Familienfest nicht blos für das Habsburg-Lothringen’sche Haus, sondern für das ganze Reich; denn als eine einzige große Familie fühlen sich Volk und Monarch, und von neuem wird feierlich die Treue besiegelt, welche sie einander gegenseitig schulden und durch Jahrhunderte auch ehrlich gehalten haben.

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