Europawahl: „Ungarn ist ein trauriger Einzelfall“

Cornelius Hirsch misst die politische Großwetterlage in Europa. Auf Parteien der Mitte sieht er nach der EU -Wahl schwere Zeiten zukommen.

Cornelius Hirsch
Cornelius Hirsch
Michele Pauty

Woher kam die Idee, eine europäische Meinungsforschung-Website zu machen?

Cornelius Hirsch: Aus eigenem Interesse. Ich habe lang danach gesucht, bin aber nicht fündig geworden. Ich kannte das Konzept von der US-Wahl und habe mich gefragt, warum es das nicht auch für Europa gibt. Gemeinsam mit einem Studienkollegen, der gut programmieren kann, habe ich vor zwei Jahren unsere Website gestartet.

Wie funktioniert das statistische Modell, das Sie verwenden?
Ein wenig wie die GPS-Ortung am Handy. Aktiviert man die Karte, hat man zunächst einen großen blauen Radius der Unsicherheit. Sobald das Mobiltelefon Ortungsdaten bekommt, wird der Kartenausschnitt immer genauer. Wir nehmen das letzte Wahlergebnis als Ausgangspunkt und fügen konstant neue Informationen von den Umfrageinstituten hinzu. So wird das Bild sukzessive vollständiger. Gibt es längere Zeit keine neuen Umfragedaten, wird das Modell wieder unsicherer.

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