Eric Heinke neuer Vizepräsident der Wiener Anwaltskammer

In der Stichwahl um eine frei gewordene Vizepräsidentenstelle unterlag Rüdiger Schender, der Kandidat der Sobranje.

Eric Heinke
Eric Heinke
(c) Stephan Huger

Wien. Das Präsidium der Wiener Rechtsanwaltskammer ist wieder komplett: Am Donnerstagabend setzte sich Anwalt Eric Heinke im zweiten Wahlgang gegen seinen Berufskollegen Rüdiger Schender durch und ist somit ab sofort Vizepräsident der Wiener Kammer. Präsident Michael Enzinger wurde schon vor einem Monat für weitere vier Jahre bestätigt; während die Amtsperioden seiner beiden Vizes Brigitte Birnbaum und Michael Rohregger weiterlaufen, kandidierte die bisherige Dritte im Bunde, Elisabeth Rech diesmal nicht.

Schender war jener Kandidat, der nach der traditionellen Vorauswahl der Sobranje hätte zum Zug kommen sollen. In diesem Gremium sind rund ein Dutzend Wiener Anwaltsklubs vertreten. Heinke wäre zur Wiederwahl als Ausschussmitglied angestanden, erreichte in der Sobranje aber nicht die für eine vierte Funktionsperiode benötigte Zweidrittelmehrheit. Heinke kündigte daraufhin an, eine Kandidatenliste außerhalb der Sobranje zu formen. Diese schloss daraufhin Heinkes „Klub der Wiener Rechtsanwälte“ aus, der prompt mit einer eigenen Liste mit Heinke als Anwärter für den Vizepräsidenten reagierte.

Schender im ersten Wahlgang knapp vorne

Im ersten Wahlgang am 25. April, bei dem auch Thomas Singer und Friedrich J. Reif-Breitwieser antraten, erreichte Schender einige wenige Stimmen mehr als Heinke. Weil unklar war, ob man zur Wahl nur die Mehrheit der gültigen Stimmen benötigt oder der abgegebenen (einschließlich der ungültigen), ordnete der neu gewählte Präsident Enzinger einen zweiten Durchgang der Wahl an. Und der endete mit einem klaren Votum, allerdings für Heinke.

Der Klub der ausgeschiedenen Vizepräsidentin Rech, „Justitia“, hatte Schender nominiert. Der Klub gilt als FPÖ-nahe, und Schender hat eine Vergangenheit als freiheitlicher Politiker. Er war unter anderem Nationalratsabgeordneter der FPÖ. Obwohl Schender, mittlerweile Kanzleikollege von Ex-Justizminister Dieter Böhmdorfer, seit Jahren keine politische Funktion mehr ausübt, setzte Heinke die politische Vergangenheit seines Kontrahenten als Abgrenzungsmerkmal ein: Er, Heinke, sei „parteipolitisch nicht vorbelastet“, betonte er im Vorfeld schon des ersten Wahlgangs. Beobachter halten es für gut möglich, dass die jüngsten schweren Turbulenzen in der FPÖ Heinke mit dieser Taktik gestärkt haben.

„Ein demokratisches Privileg“

Heinke zeigte sich nach seiner Wahl jedenfalls hochzufrieden: „Es ist ein demokratisches Privileg, wenn man in einer starken, selbstbewussten und autonomen Selbstverwaltung überhaupt die Möglichkeit einer Wahl hat“, ließ er in einer Aussendung wissen. Es freue ihn sehr, die Stichwahl gewonnen zu haben. „Deswegen möchte ich mich hier auch öffentlich bei meinem Mitbewerber für die mit kollegialem Anstand und Respekt geführte Wahlbewerbung bedanken, ohne den es keine Wahlmöglichkeit für uns alle gegeben hätte!“

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