„Mit Sozialisierung im Gefängnis anzufangen ist reichlich spät“

Friedrich Forsthuber, Präsident des Landesgerichts für Strafsachen Wien, fordert im "Presse"-Interview mehr Anstrengungen, um traumatisierten Flüchtlingen Perspektiven zu bieten.

Friedrich Forsthuber
Friedrich Forsthuber
Friedrich Forsthuber – (c) Michaela Bruckberger

Die Presse. Staatssekretärin Edtstadler will null Toleranz bei Sexual- und Gewaltdelikten. Sind die Gerichte zu tolerant?

Friedrich Forsthuber.
Überhaupt nicht. Die Gerichte wenden die Vorgaben des Gesetzgebers an. Das hat schon was Rechtsstaatliches für sich, dass der Gesetzgeber den Strafrahmen vorgibt und die Zumessung im Einzelfall die dazu berufenen Richter, Schöffen und Geschworen zu treffen haben. Das schuld- und unrechtsangemessene Maß kann nur finden, wer in der Verhandlung gesessen ist, die Verfahrensbeteiligten gesehen hat und sich einen unmittelbaren Eindruck verschafft hat. Am stärksten erleben das Laienrichter, die vorher geneigt waren, sich ein Bild aus den Medien zu machen, und plötzlich selbst entscheiden müssen.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.04.2018)

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