Höchstgericht spricht „Wunderheiler“ frei

Nach zwei Chemotherapien wollte ein Reiki-Lehrer „Energie“ auf eine Krebskranke übertragen, ehe diese an ihrem Leiden verstarb. Seine Intervention ließ jede Rationalität vermissen– was ihn vor einer Strafe bewahrte.

Heilung durch Handauflegen?
Heilung durch Handauflegen?
Besonderen Druck übte der Reiki-Lehrer mit den Händen nicht aus – (c) APA/dpa-Zentralbild

Wien. „Das kriegen wir schon hin.“ Obwohl eine Krebskranke bereits zwei Chemotherapien hinter sich hatte und eine dritte noch vor sich, wollte ein Esoteriker ihr Mut machen: Der Mann, in Reiki bis zum Grad des Lehrers ausgebildet und nach eigenen Angaben „Wunder-“ bzw. „Geistheiler“, wollte der Frau Energie spenden und ihren Körper zur Selbstheilung anregen. Weder die – von der Frau vorzeitig abgebrochene – schulmedizinische Behandlung noch das Beten samt Auflegen der Hände konnten sie retten. Was jedoch blieb, war die Frage, ob der Wunderheiler eine – wenn auch erfolglose – Tätigkeit ausgeübt hat, die Ärzten vorbehalten ist.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.06.2018)

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