Schockschaden: Angehörige von Missbrauchsopfern können Geld verlangen

Nach Übergriffen könnten auch dem Opfer nahe stehende Menschen Schmerzengeld fordern, sagt der Oberste Gerichtshof.

Sitz des Obersten Gerichtshofs.
Sitz des Obersten Gerichtshofs.
Sitz des Obersten Gerichtshofs. – (c) APA (Georg Hochmuth)

Wien. Muss man das Leiden eines nahen Angehörigen miterleben, kann das seelische Probleme auslösen. Schon bisher gewährte der Oberste Gerichtshof (OGH) Schadenersatz, wenn jemand beim Unfalltod eines nahen Angehörigen hautnah dabei sein musste. Oder auch, wenn man durch die Nachricht, dass jemand aus der Familie getötet oder schwerst verletzt wurde, seelisch aus der Bahn geworfen wird. Einen Schockschaden nennt das der Jurist. Nun stellte sich aber die Frage, ob diese Regeln auch bei sexuellen Übergriffen gelten können. Eine Mutter, deren neunjährige Tochter Opfer eines Missbrauchs geworden war, hatte auf Schadenersatz für sich geklagt.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.04.2019)

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