Wann ist man wirklich ein Titan? Oliver Kahn weiß es

Handschuhhersteller sorgte für brisante Diskussion vor Gericht.

(c) REUTERS (© Kai Pfaffenbach / Reuters)

Ist er ein Titan oder ist er doch keiner? Diese Frage wurde dieser Tage akribisch am Landesgericht München erörtert. Denn Oliver Kahn, langjähriger Torhüter des deutschen Nationalteams und des FC Bayern München, hat einen Hersteller von Torwarthandschuhen verklagt. Dieser vertreibt sie unter dem Markennamen „T1tan“.

Das ärgert den 49-Jährigen maximal. Er sieht seine Namensrechte verletzt, fordert Unterlassung und Schadenersatz. Das Interessante dabei: Kahn vertreibt selbst Handschuhe, allerdings nicht unter dem Markennamen „Titan“, sondern unter „Goalplay“. Seinen Namen hingegen hat er als Marke beim Deutschen Markenamt angemeldet. Für vieles, etwa für Schädlingsbekämpfungsmittel und künstliche Weihnachtsbäume.

In der Gerichtsverhandlung konnten sich die Parteien jedenfalls nicht einig werden, ob es sich bei Kahn um einen „Titan“ handelt oder nicht. Dagegen spreche, so der Anwalt des Beklagten, dass er immer schon sehr umstritten gewesen sei. Aber auch, dass viele Dieter Bohlen mit „Titan“ assoziierten. Für den beigezogenen Fußballhistoriker hingegen bestand kein Zweifel an Kahns Titanen-Eigenschaft. Titan hin, Titan her: Die Parteien einigten sich letztlich, sich lieber außergerichtlich vergleichen zu wollen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.11.2018)

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