Bratwürstl, Sauerkraut und natürlich Most

Die Konkurrenz an Märkten in Oberösterreich ist beachtlich, Linz aber nicht zu unterschätzen.

THEMENBILD: ADVENT / ADVENTMARKT / CHRISTKINDLMARKT
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Symbolbild Advent – APA/GEORG HOCHMUTH

Linz ist ja nicht gerade eine der heimischen Topdestinationen, wenn es um vorweihnachtliche Wochenendausflüge oder den Chrstkindlmarkt-Tourismus geht. Wien, Salzburg sind da eher angesagt, und in Oberösterreich lockt der Westen mit seinen ungleich schöneren Adventmärkten: Der Schlösser-Advent im Gmundner Schloss Orth inklusive im Traunsee schwimmender Christbäume und Seebeleuchtung, der Wolfgangseer Advent oder der Advent in Mondsee (inklusive Schnee aus Schneekanonen) spielen aber irgendwie auch außer Konkurrenz. Das gilt wohl auch für Steyr. Wo sonst kann man sich auf die Fahnen schreiben, in der Region sei das Christkindl daheim? Oder im Sonderpostamt hinter der Wallfahrtskirche (in der sich das berühmte kleine Jesuskind aus Wachs heute am Hochaltar in einem kleinen Schrein befindet) im Örtchen Christkindl Weihnachtspost mit Absender „Christkindl“ aufgeben?

Starke Konkurrenz. Nichtsdestotrotz, den Fehler, Linz ganz zu missachten, sollte man nicht machen. Denn in der alten Stahlstadt gibt es mehr als nur die Klassiker. Dabei sind die auch nicht zu verachten: der Markt auf dem Hauptplatz zum Beispiel. Der ist so etwas wie das Pendant zum Wiener Rathausplatz: klassisch, kitschig, glitzernd und wunderschön, mit dem imposanten Baum in der Mitte und den leuchtenden Pyramiden auf den Dächern der Standln vor der barocken Kulisse des Hauptplatzes. Kulinarisch geht es da eher deftig-oberösterreichisch zu: Bauernkrapfen, Bratwürstel mit Sauerkraut, ob der Enns der absolute Christkindlmarkt-Klassiker, und natürlich Glühmost.

Märchenspiele und Handwerk.
Auch ein Klassiker – und vor allem ein Markt für Kinder: der Chriskindlmark im Linzer Volksgarten, gleich beim Hauptbahnhof. Dort gibt es tägliche Handwerksvorführungen, alte Holzxylofone oder Kurbelbohrmaschinen zum Ausprobieren und Basteln. Oder alle 30 Minuten ein Krippenspiel in der wohl größten Holzkrippe Österreichs, Fahrgeschäfte, Märchenspiele und natürlich Glühwein unter der mehrstöckigen Weihnachtspyramide.


Stille, Stahl und Sterne. An anderen Orten ist es in der Stahlstadt im Advent aber tatsächlich ruhig – nicht nur verzichten einige Innenstadtgeschäfte und Restaurants in der Vorweihnachtszeit bewusst auf Musikbeschallung, besonders still ist es auch auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Pfarrplatz hinter der Stadtpfarrkirche Linz: mit Holzfeuer, oberösterreichischem Slow Food und lebendigen Tieren auf Heu und Stroh.

Sehr traditionell auch der Kekserlmarkt im Josef Linz: Bäuerinnen aus der Region bieten im Innenhof des Josef Traditionelles aus der Backstube, Lebkuchen, Stollen, Kletzenbrot, Mostkekse, Brände, Bauernkrapfen oder Glühmost oder bäuerliches Kunsthandwerk wie Strohsterne.

Weniger traditionell geht es da an den Adventwochenenden in der Linzer Tabakfabrik zu: Das Containerdorf von Boxircus wird zur Weihnachtsfabrik: Bei ausgewählten Jungdesignern lassen sich originelle Weihnachtsgeschenke einkaufen – oder bei diversen Workshops gleich selbst basteln. Das Team vom Wirt am Graben sorgt mit Food Trucks, kuratiert vom Street-Food-Festival, für kulinarische, die Bands und DJ-Line-ups für musikalische Abwechslung.

Tipps IN OÖ

Idyllisch, wie der Advent nur sein kann, sind die Christkindlmärkte im Salzkammergut: zum Beispiel der Wolfgangseer Advent, Schlösser-Advent und die Traunsee-Weihnacht in Gmunden oder der Christkindlmarkt in Mondsee.

Klassisch-nostalgisch auch der Advent in der „Christkindlregion“ Steyr: mit Schmiedeweihnacht, alten Krippen oder dem Klassiker, dem Sonderpostamt im Wallfahrtsort Christkindl.

Unterschätzt wird gern der Advent in Linz. Dabei gibt es neben den klassischen Christkindlmärkten auf dem Hauptplatz oder im Volksgarten einiges zu entdecken: den beschaulichen Wintermarkt auf dem Pfarrplatz oder die Weihnachtsfabrik in der Tabakfabrik Linz.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.12.2015)

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