Riechstoff: Transatlantisch

Als laienhafter Konsument hat man im Allgemeinen wenig Ahnung, ob sich die eigenen Vorlieben mit jenen des Gros der Kundschaft decken.

Man weiß also auch nicht, ob eine Marke hierzulande von den meisten eher als Pflege- oder als Duftmarke wahrgenommen wird. Estée Lauder gilt zum Beispiel als Ersteres, dabei gibt es gute Klassiker im Portfolio, zum Beispiel „Youth Dew“, „White Linen“ oder „Aliage“. Doch der übermächtigen Parfumkompetenz aus Frankreich ist diesseits des Atlantiks schwer zu trotzen, darum hat der „American Way of Perfumery“ unter manchen Connoisseurs auch keinen besonders guten Ruf. Nach einer Pause von einigen Jahren ruhen die Hoffnungen des Lauder-Konzerns nun auf den Schultern von „Modern Muse“: Nach Österreich gelangt sie im internationalen Vergleich mit ein paar Monaten Verspätung, und in der Tat mutet dieses sanfte Geschöpf aus weißen Blüten und einer anfangs dominierenden süßlichen Zitrusfruchtnote, die Kombination erinnert an Orangenblüten, frühsommerlich an: ein Jahreszeiten-Nachzügler, sozusagen, und ein schöner obendrein. Eine feine Überraschung ist die neue „Intense“-Version von Giorgio Armanis „Sì“: Die Liste der Ingredienzien (noch mehr Cassis, noch mehr Vanille, noch mehr Frucht) könnte auf Kopfwehgefahr hindeuten, aber „Sì Intense“ ist ein wirklich schöner, runder, vollmundiger aber eben nicht übermächtiger oder klebriger Gourmand-Duft, den Liebhaber opulenterer Parfumkreationen durchaus verkosten sollten.  


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