Riechstoff: Hoffnungsträger

Wenn schon ein Parfum für Männer, dann doch gleich eines für den idealen Mann.

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Das dachte man sich wohl in dem Traditionshaus Guerlain und ließ Hausnase Thierry Wasser werken. „L’Homme Idéal“ heißt das Ergebnis, der Duft reagiert offensichtlich auf die Woge der vollmundigen Männerdüfte mit Gourmand-Charakter. So erfolgreich übrigens, dass eine versierte Ko-Nase beim Hineinschnuppern eine Ähnlichkeit mit dem Urvater aller Gourmand-Düfte, „Angel“ von Mugler, ausmachte. Tatsächlich! Während also in der Vergangenheit Guerlain immer wieder eigene Genres initiierte, reiht sich der „Homme Idéal“ nun in eine von Mitbewerbern bereits umfangreich bestückte Gattung ein. Die Werbestrategie, siehe unten das recht aussagekräftige Visual, setzt nicht auf verhaltene Gendersensibilität, sondern macht das ideale Mannsbild nach einem auch aus dem Massenmarkt bekannten Rezept zum wohlriechenden Frauenschwarm.

 

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Zurückhaltender ist da freilich das von Jacques Polge für die „Bleu de Chanel“-Familie neu kreierte Eau de Parfum: „Bleu de Chanel“ ist in der vor wenigen Jahren lancierten, leichteren Variante ein nicht unbedingt schwer zu verstehender oder neuartiger Duft, die dominanten Zitrusnoten lassen an klassische Cologne-Kompositionen denken. Das Eau de Parfum wurde von Polge überarbeitet und, wie man es sich in diesem Zusammenhang erwarten kann, intensiviert. Konkret heißt das, dass zwar die frische Agrumenqualität als Charakteristikum erhalten bleibt, sich jedoch mit einem wärmeren, fast holzigen Charakter verbindet. Keine üppige Orangentorte, aber doch ein verkostenswerter Gourmet-Cologne-Happen.

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