Riechstoff: Es grünt so grün

Die Assoziation liegt nahe: Du grünst nicht nur zur Sommerzeit, nein, auch im Winter . . . – und so weiter.

Evergreen. „Vert d’encens“ aus der Private Collection von Tom Ford (50 ml um 199 €) und „Unnamed Perfume“ von Byredo (100 ml um 165 €, exklusiv bei Le Parfum am Petersplatz).
Evergreen. „Vert d’encens“ aus der Private Collection von Tom Ford (50 ml um 199 €) und „Unnamed Perfume“ von Byredo (100 ml um 165 €, exklusiv bei Le Parfum am Petersplatz).
Evergreen. „Vert d’encens“ aus der Private Collection von Tom Ford (50 ml um 199 €) und „Unnamed Perfume“ von Byredo (100 ml um 165 €, exklusiv bei Le Parfum am Petersplatz). – (c) Beigestellt

Die Melodie dazu liefert jeder gängige Supermarktsoundtrack in den Wochen vor Weihnachten. An dieses frohe Fest hat Ben Gorham zwar nicht im Konkreten gedacht, die neueste Lancierung der von ihm gegründeten Nischenparfummarke Byredo, „Unnamed Perfume“, feiert jedoch die ersten zehn Jahre des Unternehmens, dessen Minderheitseigentümer er heute ist. Die Byredo-Flakons sind mittlerweile aus kaum einem Instagram-Feed, der auf sich hält, wegzudenken; die Lancierung eines namenlosen Duftes (mit mitgeliefertem Personalisierungskit) ist ein interessanter Schachzug in unserer auf Customising-Optionen versessenen Zeit. Der Duft selbst ist – ähnlich etwa wie Annick Gouttals schöne Nadelholzkomposition „Nuit étoilée“ – eine Abfolge tanniger, grüner und zugleich warmer Akkorde. Während sich die Sillage vielfältig darbietet, kommen dem aufmerksam Schnuppernden bestimmt mannigfach Assoziationen in den Sinn.

Worum es in der neuesten Kollektion aus der „Private Blend“-Serie von Tom Ford geht, wird hingegen sehr unzweideutig im Namen vorgegeben: „Les extraits verts“ brechen ebenfalls ein kostbares Grünspektrum auf. Der engste Verwandte von „Unnamed“ ist hier „Vert d‘encens“, der unweigerlich an ein im Nadelwald entfachtes Winterfeuer denken lässt und Freunde von Weihrauchkompositionen besonders interessieren dürfte. Herber ist, wie sich denken lässt, „Vert des bois“, während der blumige Duft „Vert Bohème“ wahrscheinlich eingefleischte Tom-Ford-Aficionados besonders neugierig machen wird. Der Name spricht eben doch oft genug Bände, ihn fehlen zu lassen, ist ein umso kühneres Experiment.

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