Sonnencreme schon nach einem Tag im Blutkreislauf

Die Chemikalien von Sonnenschutzmitteln sind schon nach einem Strandtag im Blutkreislauf nachweisbar, fand eine Studie heraus. Ob das gesundheitsschädlich ist, sollen weitere Untersuchungen zeigen.

(c) imago/photothek (Thomas Trutschel/photothek.net)

Cremen, cremen, cremen. Das Thema Sonnenschutz ist jedes Jahr zu Sommerbeginn in aller Munde, denn Sonnencremes schützen vor Sonnenbrand und Hautkrebs, das ist unbestritten. Weniger im Fokus standen bisher die Inhaltsstoffe, doch diese sind möglicherweise weniger unbedenklich als bisher angenommen.

Eine US-Studie, die im Fachjournal Jama präsentiert wurde, fand heraus, dass die Chemikalien von Sonnenmilch schon nach einem Strandtag im Blut messbar sind. Die Pilotstudie des Center for Drug Evaluation and Research der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA zeigt außerdem, dass sich die Inhaltsstoffe im Blutkreislauf bei Anwendung nach mehreren Tagen konzentrieren und auch mindestens 24 Stunden im Körper bleiben, nachdem die Anwendung gestoppt wurde.

Weitere Untersuchungen nötig

Untersucht wurden der Urin und das Blut von 24 Probanden auf die Chemikalien Avobenzon, Oxybenzon, Octocrylen und Ecamsul, die als UV-Filter eingesetzt werden. Alle vier Chemikalien fanden sich bei allen Probanden in messbaren Konzentrationen. Nach 24 Stunden waren diese so hoch, dass die FDA weitere Untersuchungen veranlasst hat, da nicht eindeutig ist, ob die Sonnenschutzmittel wirklich unbedenklich sind.

Im Interview mit "CNN" erklärt Dr. David Leffell, Dermatologe an der Yale School of Medicine und Sprecher der American Academy of Dermatology: "Wir brauchen Studien, um diese Erkenntnisse einzuordnen und festzustellen, ob die Absorption bestimmter Inhaltsstoffe echte gesundheitliche Auswirkungen hat."

Auf Sonnenschutzmittel zu verzichten ist aber keine Lösung. Vielmehr kann man zu jenen greifen, die keinen chemischen Filter einsetzen, sondern einen physikalischen. Diese bestehen aus Nanopartikeln aus Titanoxid oder Zinkoxid. Diese streuen oder reflektieren das Sonnenlicht und dringen nicht in die Haut ein, sondern verbleiben an der Oberfläche.

Alle Naturkosmetik-Sonnencremes arbeiten mit den mineralischen physikalischen Filtern. Sie sind meist jedoch nicht ganz so angenehm in der Anwendung, weil ein weißer Schleier auf der Haut zurückbleibt und die Creme leicht abgewaschen werden kann, was mehrmaliges Auftragen nötig macht.

"Die Sonne ist der wahre Feind", meint Scott Faber, Senior Vice President für Regierungsangelegenheiten der Environmental Working Group (EWG). Es sei nicht neu, dass die Haut Inhaltsstoffe absorbiere. Nun sei es an den Herstellern herauszufinden, ob die chemische Absorption ein Gesundheitsrisiko darstelle.

>> Bericht auf cnn.com

(Red. )

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