Unrasiert: Haariges Beauty-Statement

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Ungepflegt oder mutig? Ambivalent waren die Meinungen zu Lola Kirke auf dem roten Teppich der Golden Globes. "Danke an all die schönen Menschen, die mir wegen meinen tollen Achselhaaren keine Morddrohungen geschickt haben", schrieb die 26-Jährige auf Instagram.

 

 

(c) imago/ZUMA Press (imago stock&people)
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Auch Schwester Jemima, bekannt aus der Serie "Girls", zeigte sich schon so auf dem roten Teppch der CFDA-Awards. Der "NY Daily News" verriet die "Girls"-Darstellerin: "Ich hab das bei meiner Schwester gesehen und dachte ‚Das sieht gut aus! Ich will das auch‘." Seit gut einem Jahr trage sie ihr Achselhaar dicht und fühle sich damit "sehr französisch."

Und das, obwohl die Schönheitsindustrie seit Jahrzehnten vorgibt, dass weibliche Achseln haarlos sein müssen.

 

 

Imago
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Ganz neu ist der "Trend" natürlich nicht. 1999 sorgte Julia Roberts bei der Premiere von "Notting Hill" in London für Furore.

(c) � Ian Waldie / Reuters
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Unter dem Hashtag #FreeYourPit, also "Befreie deine Achsel", machten Promidamen eine Zeit lang auf Instagram mobil. Dazu gehörte auch Miley Cyrus.

Instagram/mileycyrus
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Madonna ließ noch keinen Trend aus, auch diesen nicht.

Instagram/madonna
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Ende der Siebzigerjahre wurde es also abgeschafft, mittlerweile trägt man es wieder: Das weibliche Achselhaare. Damit kein Blick vorbeischweift, setzen manche Frauen in Amerika ihre Haare sogar mit Farben in Szene.

Instagram
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Ziel der Anhängerinnen sei es auch dieses Mal, ein Frauenbild jenseits der ästhetischen Norm zu verbreiten.

Instagram/freeyourpits
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"Free-your-pits"-Bloggerin Roxie Hunt (hier im Bild) sagte der Berliner Taz: "Ich wünsche mir, dass sich Frauen endlich erheben und Kontra geben. Ich will, dass sie tun, was immer sie mit ihrem Körper tun wollen, und einen Prozess der selbstbewussten, eigenständigen Entscheidung durchleben, der sie zu neuer Autonomie ermächtigt."

Instagram/freeyourpits
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Die Haare sollen zeigen, dass man mit übertriebenen Schönheitsidealen nicht einverstanden ist.

Instagram/freeyourpits
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"Die Schönheitsindustrie ist gezielt auf Frauen und ihre Selbstzweifel ausgerichtet. Wir müssen uns davon lösen, unerreichbaren Schönheitsidealen nachzufeiern – sie sorgen dafür, dass wir uns schlecht fühlen und glauben, dass wir nicht gut genug sind."

Instagram/freeyourpits
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"Free your pits" ist eine symbolische Diskussion über ein gespanntes Verhältnis zur Körperbehaarung und das weibliche Verständnis von Schönheit. Die Idee ist nicht neu, sorgt aber auch bald 50 Jahre nach dem "Summer of Love" noch immer für Irritationen.

Instagram/freeyourpits
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Ein paar Vertreter des männlichen Geschlechts haben sich dem bunten Trend auch angeschlossen. Auch sie sollen dadurch "zu neuer Selbstermächtigung finden".

Instagram/freeyourpits
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Das Reizthema Körperbehaarung ist auch ein wissenschaftliches Feld, Rebecca Herzig hat es im Rahmen der Studie "Plucked" ("Gezupft") erforscht. Sie untersuchte den Grund für Leidensfähigkeit und Ekel, die hinsichtlich kleiner Härchen aufgebracht werden können.

Instagram/freeyourpits
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Sie kam zu der Erkenntnis, dass Körperbehaarung zumindest bei Europäern bis ins 19. Jahrhundert selbstverständlich war. Haarentfernung galt halsabwärts als eine schmerzhafte und potenziell gesundheitsgefährdende Angelegenheit.

Instagram/freeyourpits
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Diese Haltung habe sich durch die Lehren von Charles Darwin gedreht. Der Evolutionstheoretiker deutete den Haarverlust im Laufe der Menschheitsgeschichte als Zeichen überlegener Schönheit und Sauberkeit.

Instagram/freeyourpits
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Darwins Meinung wurde populär, Haarlosigkeit (durch zupfen, rasieren, reissen, lasern, Hormonbehandlung und und und) wurde gleichbedeutend mit Gesundheit und sexueller Attraktivität.

Instagram/freeyourpits