Stilfigur: „Landi Stuhl“

Vitra ließ den Schweizer Designer Michel Charlot den Bistro-Draußen-Klassiker, den „Landi Stuhl“, von Hans Coray, mit einem Tisch ergänzen.

(c) Beigestellt

Der Schani kann nix dafür. Er ist nur der Schani. Er trägt raus, was da ist. „Schani, trag den Garten raus“, sagte der Wirt zum Kellner Johann. So soll – der Überlieferung nach – der Begriff „Schanigarten“ entstanden sein. Spätestens seitdem kehren die Lokale regelmäßig ihr Innerstes nach außen, auch ihren guten oder weniger guten Geschmack. Da können die gemütlichsten Wirtshäuser vor ihrer Tür zu unwirtlichen Orten werden, trotz Sonnenscheins. Vor allem,
wenn Wirte das Interieur ihres Exterieurs „verloungen“, weil sie zu viel in Baumarktprospekten geblättert haben und denken, auf düsteren Kunstrattanblöcken könnte man das tun, von dem keiner genau weiß, was das eigentlich ist und soll, das „Loungen“. Möbel, die gut sind für introvertiertes Smart-Phone-Wischen. Schlecht für gepflegte Unterhaltung. „Schani, bringt die Loungemöbel zurück in den Baumarkt“, müsste der Wirt heute rufen. „Und hol dafür mehr Schotter!“ Denn außer Bäumen ist auch die Bodengestaltung des Außengastraums im Grunde unverhandelbar. Zumindest im Hinterhof. Auf dem Gehsteig darf auch mal Aluminium in der Sonne sitzen. Der Schweizer Designer Michel Charlot isst nur in Lokalen, die ihm auch gefallen, sagt er. Ästhetisch penibel, wie er ist. Gut für Vitra, das Unternehmen ließ ihn den Bistro-Draußen-Klassiker, den „Landi Stuhl“, von Hans Coray, mit einem Tisch ergänzen (Bild). Der lässt sich stapeln. Gut für den Schani.

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