Stilfigur: Sitzmöbel

Mit sich selbst hat man eh schon genug zu tun.

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Sitzen die Haare? Oder stehen sie? Ringe. Unter den Augen? Um die Hüfte? Sonstwo? Irgendwann will man ja dann doch außer Haus. Menschen suchen eben Menschen. Nicht immer, um mit ihnen zu reden, aber zumindest, um sie zu sehen. Oder von ihnen gesehen zu werden. Fein, wenn man dabei halbwegs gut aussieht. Orte, in denen man so ein Grundbedürfnis üblicherweise befriedigt, sind Lokale. Da sitzt man, wird gesehen, bemustert, betrachtet. Oder glaubt es zumindest. Und ist die ganze Zeit damit beschäftigt, halbwegs gut auszusehen beim Sitzen am Tisch. Von den Möbeln kann man außerhalb der eigenen Wohnung wenig Hilfe erwarten. In den meisten Lokalen dienen sie dem Gesamteindruck, nicht dem Eindruck, den die Menschen auf ihnen bei anderen hinterlassen. Von gutem Interieur könnte man sich aber wirklich erhoffen, dass es uns mit unsichtbaren Händen an der Hand nimmt, uns unterstützt beim Lässig-, Cool-, Elegantsein oder als aufmerksamen Zuhörer, unsere Ausstrahlung untermalt, unsere Haltung und unsere Erscheinung feintunt, an den richtigen Stellen stützt und dort nachgibt, wo es sein muss, damit Oberkörper, Arme und Beine gute Figur machen. Aber nein. Um alles muss man sich selbst kümmern.  


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